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12.05.2017

Die Kehrseite von Fitnessarmband und Co.

Wenn smarte Geräte Lügner entlarven

Smarte Gegenstände, wie Fitnessarmbänder, Kühlschränke oder Sprachassistenten, sind unfassbar praktisch. Allerdings haben sie ihre Kehrseite. Denn sie können euch im Zweifelsfall des Lügens überführen und liefern immer öfter Indizien in Gerichtsprozessen.
 
Stellt euch Folgendes vor: Ein Mann behauptet, ein Einbrecher habe seine Frau umgebracht. Er nennt einen Tatzeitpunkt. Zu dieser Zeit lieferte das Fitnessarmband seiner Frau aber noch munter Bewegungsdaten. Tja, schlecht gelaufen für den Mann. Jetzt könnte er wegen Mordes vor Gericht stehen.

Solche Fälle könnte es auch in Wirklichkeit immer mehr geben, denn smarte Geräte zeichnen manchmal mehr aus eurem Leben aus, als euch vielleicht lieb ist.
 
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Immer mehr Haushaltsgeräte sind mit dem Internet verbunden.

Der Haushalt wird immer smarter

Immer mehr eurer Geräte sind mit dem Netz verbunden - vom Stromzähler über die Waschmaschine bis zum Kühlschrank. Das heißt, dass ihr immer mehr Spuren hinterlasst, die jeder nachvollziehen kann. Klitzekleine Spruren vielleicht, aber das Puzzle ergibt irgendwann ein Bild.

Für die Polizei können Daten von smarten Geräten eine große Hilfe sein, um Verbrechen aufzuklären. Es häufen sich die Kriminalfälle, in denen Daten von smarten Geräte entscheidende Hinweise auf den Tathergang geben.
 
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Ein smarter Wasserkocher kann einen Mordfall aufklären.

Wasserkocher als Mordzeuge

Ein kurioser Fall aus den USA: Da haben sich drei Männer zum Sportschauen und Trinken getroffen, am Morgen war einer tot. Der smarte Wasserkocher lieferte Indizien, dass das Gerät morgens ungewöhnlich oft benutzt wurde - ein Hinweis auf Spurenbeseitigung.

Doch auch in Deutschlang gab es schon ähnliche Fälle. In Bayern, in Bad Aibling, passierte vor einem guten Jahr das schlimme Zugunglück. Die Smartphonedaten des Fahrdienstleiters haben verraten, dass er im Internet Spiele gedaddelt hat.
 
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Rechtlich spricht nichts dagegen, die Daten von smarten Geräten zur Straftataufklärung zu nutzen.

Dürfen Gerichte smarte Daten nutzen?

Solange solche Daten rechtmäßig aufgezeichnet und gespeichert werden, dürfen auch deutsche Gerichte sue nutzen. Finden Ermittler smarte Geräte bei einer Hausdurchsuchung, können diese beschlagnahmt und ausgewertet werden. Klar sind viele Daten noch keine Beweise, sondern eher Indizien. Aber die können zu einem Urteil beitragen. Es gibt zwar ein Recht auf Privatsphäre, aber wenn es um Mord oder ähnliches geht, sind die Ermittlungen wichtiger.
 
Redaktion: nape / anzi
Bilder: © colourbox.de/dpa (1), © picture-alliance/dpa (2), © Imago (1)
Letzte Aktualisierung: 15.05.2017, 11:54 Uhr
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