(Bild: Ahmed Said)
13.01.2016

Ahmed Said aus Frankfurt

"Zu Unrecht inhaftiert"

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Ahmed und Eliane wollen heiraten und plötzlich wird er inhaftiert und mitterweile zu zwei Jahren Haft verurteilt - zu Unrecht, sagt Amnesty International. Erfahrt hier die ganze Geschichte über das Frankfurter Paar, das in Ägypten für Ahmeds Freilassung kämpft.

Update vom 27.01.2016: Ahmed verurteilt
 
 (Bild: Ahmed Said)
Die Urteilsverkündung von Ahmed Said fand am 27. Januar statt: Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht in Kairo hat die zweijährige Haftstrafe gegen ihn bestätigt.

Unsere Ägypten-Korrespondentin Sabine Rossi erzählt, dass der Richter im Berufungsverfahren die zwei Jahre als "passend" eingestuft habe, weil Ahmed Said gegen das Demonstrationsgesetz in Ägypten verstoßen haben soll. Dieses sagt, wenn sich öffentlich mehr als zehn Leute treffen, dann müsse das angemeldet werden. Und die Demo, bei der er angeblich gewesen ist, war nicht genehmigt.

Rossi schildert außerdem, dass die Anwälte damit gerechnet hätten, dass die Richter die Haftstrafe auf maximal ein Jahr reduzieren. Nun hätten sie wenig Hoffnung, dass Ahmed vor den zwei Jahren aus der Haft entlassen wird. Laut Rossi wollen sie nun zügig in die nächste Instanz des Verfahrens - das könnte aber bis zu einem Jahr dauern. Aktuell warten laut Rossi die Anwälte auf das schriftliche Urteil, das am, 28. Januar kommen soll.

Elianes Reaktion auf das Urteil

Eliane war mit Ahmeds Familie beim Gericht anwesend und nach dem Urteilsspruch sagte sie zu unserer Ägypten-Korrespondentin Sabine Rossi am Telefon: "Ich hab keine Worte, die sagen könnten, was ich jetzt fühle." Danach wollte sie sich umgehend um Ahmeds Mutter kümmern, die Rossi im Hintergrund schluchzen hörte. Für Eliane sei es jetzt besonders schwierig, da sie noch nicht mit Ahmed verheiratet ist und ihn somit im Gefängnis nicht besuchen darf.

"Absolut unverhälnismäßig"

YOU FM hat am 22. Januar mit dem Frankfurter Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour (Grüne) gesprochen, noch bevor es zur Urteilsverkündung kam. Im Interview erklärt er, die zwei Jahre Haft, die ihm drohen und die nun mittlerweile bestätigt wurden, seien absolut unverhälnismäßig für die Teilnahme an einer Demo.

"Normalerweise geht es bei diesem Strafmaß um Fälle von Terrorismus." Er sagte außerdem, falls es am 27. Januar keine Freilassung gebe, wünsche sich Nouripour, dass die Bundesregierung sich des Falles annehme. Denn die Lage in den ägyptischen Gefängnissen schätze er als "verheerend und menschenrechtsverletzend" ein.
 
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Redaktion: anzi
Bilder: © Ahmed Said (2)
Letzte Aktualisierung: 28.01.2016, 10:23 Uhr
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