Chester Bennington 2010 auf der hr3-Bühne beim Hessentag in Oberursel
Linkin Park Frontmann Chester Bennington starb im Alter von 41 Jahren. Bild © Imago

Ein Jahr ist es her, dass sich Linkin Park Frontmann Chester Bennington das Leben genommen hat. Wie es für die Band weitergegangen ist und wie Chesters Familie mit dem großen Verlust lebt - und warum es so wichtig ist, über Depressionen zu sprechen, lest ihr hier.

Am 20.07.2017 ist Chester in seinem Haus im kalifornischen Palos Verdes Estates tot aufgefunden worden. Darauf reagierte nicht nur die Musikwelt schockiert und bestürzt, viele Fans trauern noch heute um den Sänger. Als Todesursache ist Suizid festgestellt worden.

Chester Bennington Linkin Park Frontmann
Linkin-Park-Frontmann Chester Bennington Bild © picture-alliance/dpa

Seine Schwester Tobi beschreibt die Veränderungen in ihrem Leben seit Chesters Tod im Interview mit "Now this": "Ich habe mich vorher noch nie so leer und hoffnungslos gefühlt - als würde ich es nicht verdienen, je wieder einen Sonnenaufgang zu sehen, weil er keinen mehr sehen wird. Auch wenn Leute sagen 'Irgendwann kommt man darüber hinweg' - das stimmt nicht. Die Realität verändert sich."

Ende Oktober 2017 hat Linkin Park ein Gedenkkonzert für Chester veranstaltet. Auf dem dreistündigen Konzert sind befreundete Künstler mit der Band aufgetreten. Sie haben im Dezember 2017 das Livealbum "One More Light - Live" herausgebracht, das den gleichen Titel trägt wie der letzte Linkin Park-Song mit Chester.

Wie geht es mit Linkin Park weiter?

Audiobeitrag
Linkin Park Frontmann Mike Shinoda

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mike Shinoda im YOU FM Interview zum Tod Chesters

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Bandkollege Mike Shinoda hat am 15. Juni das Solo-Album "Post Traumatic" veröffentlicht. Darauf verarbeitet er den Tod seines Freundes und Kollegen. Im YOU FM Interview erzählt er, dass er kurz nach Chesters Tod weder das Haus verlassen, noch Linkin Park Musik hören konnte. Die verbleibenden fünf Mitglieder von Linkin Park sind weiterhin zusammen, neue Musik gibt es aber noch nicht.

"Er war ein wundervoller Mensch"

Zitat
„Wenn sein Tod ein Leben retten kann, dann kann das Ganze zumindest ein kleines bisschen Sinn für mich ergeben - und noch wichtiger: für meine Kinder. Mein Mann hatte ein schönes Leben, seine Musik hat Bände gesprochen, er war ein wundervoller Mensch, [...] der beste Ehemann. Der Gedanke, er könnte nur für die Art, wie er gestorben ist, im Gedächtnis bleiben, schmerzt mich. Ich möchte, dass er auch dafür im Gedächtnis bleibt, dass er etwas in Bewegung gesetzt hat.“ Zitat von Talinda Bennington
Zitat Ende

Chesters Witwe Talinda erzählt in einem emotionalen Interview, dass es seit dem Tod von Chester ein Umdenken in ihrer Familie gegeben hat. Sie sprechen jetzt viel offener miteinander, drücken ihre Gefühle aus und versuchen, sensibler zu sein. Chester hinterlässt eine Patchwork-Familie mit sieben Kindern.

Chesters Familie will Menschen mit Depressionen helfen

Talinda hat letztes Jahr gemeinsam mit Chesters Schwester Tobi Knehr, das Fundraising-Projekt "One More Light" gegründet. Mit den Spenden sollen Projekte für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suizidgedanken unterstützt werden. Seit Beginn des Spendenaufrufs sind schon über 91.000 US-Dollar (knapp 78.000€) gespendet worden. Das Ziel sind 100.000 US-Dollar (85.000€).

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Wichtiges zu Depressionen

  • 60% aller Deutschen sind im Laufe ihres Lebens von Depressionen betroffen, entweder direkt oder indirekt als Angehöriger.
  • 96% glauben, eine Depression sei eine Reaktion auf Schicksalsschläge und Stress. Richtig ist aber: Eine Depression hat auch biologische Ursachen und die genetische Veranlagung spielt eine erhebliche Rolle (Der Stoffwechsel im Gehirn ist bei einer Depression gestört).
  • Über 50% der Befragten glauben, dass die Depression durch eine "falsche" Lebensführung ausgelöst wird; knapp ein Drittel hält Charakterschwäche für eine Depressionsursache.
  • Fast jeder Fünfte denkt, dass eine Depression abklingt, wenn man sich zusammenreißt oder Schokolade ist.

(Quelle: Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe)

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Chester Bennington mit seiner Frau Talinda bei den Billboard Awards 2012
Chester Bennington mit seiner Frau Talinda bei den Billboard Awards 2012. Bild © Imago

Gleichzeitig hat Talinda die Kampagne "320 Changes Direction" gegründet. Mit ihr kann ein dringend benötigtes Bewusstsein für die Thematik Depressionen und Suizid hergestellt werden. Laut einer Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, herrscht großes Unwissen und Menschen mit psychischen Erkrankungen haben oft Hemmungen diese anzusprechen. Talinda versucht mit der Kampagne außerdem, einen Sinn in Chesters Tod zu finden.

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Sendung: YOU FM Sounds, 19.07.2018, 21:00 Uhr

Weitere Informationen

Solltet ihr selbst schwere Depressionen haben und/oder von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe! Hier könnt euch ganz anonym melden:

Telefonseelsorge
Evangelische Telefonseelsorge | 0800 1110111
Katholische Telefonseelsorge | 0800 1110222
www.telefonseelsorge.de

Das Kinder- und Jugendtelefon - die Nummer gegen Kummer
0800 1110333
www.nummergegenkummer.de
info@kinderundjugendtelefon.de

Therapieplatz:
Psychotherapie-Informations-Dienst (PID) | 030 209166330
www.psychotherapiesuche.de
pid@dpa-bdp.de
Persönliche Beratung: Mo., Di., 10-13 Uhr u. 16-19 Uhr, Mi. und Do. 13-16 Uhr 

Therapeuten-Suche: 
www.therapie.de
www.dgpt.de

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