Ahzumjot bei YOU FM featuring FLEX FM
Ahzumjot hatte bereits einen Major-Deal in der Tasche. Heute macht er Musik wieder in Eigenregie. Bild © YOU FM

Nach dem Hype ging es bergab: Jetzt macht Ahzumjot ohne Major-Label, wonach ihm gerade ist. Im YOU FM featuring FLEX FM Interview hat der Hamburger Rapper über den Wendepunkt seiner Karriere gesprochen und erklärt, was ihn derzeit an der Deutschrapszene nervt.

Er ist nicht nur Rapper, Produzent und Songwriter, er recorded auch, macht sein Artwork, mischt ab und mastert. Der Hamburger Musiker Ahzumjot beschreibt seinen Output als "experimentellen, modernen Rap, der hier und da zum Nachdenken anregt und aber auch einfach mal zum nicht Nachdenken anregt".

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Ahzumjot
Ahzumjot benennt seine Releases nach dem Quartal, in dem er sie veröffentlicht. Bild © Ahzumjot

Sein aktuelles Tape trägt den etwas sperrigen Namen "19qt01". Was klingt, als wäre er auf der Tastatur eingeschlafen, hat Konzept: "Mein Ziel war es, jedes Quartal einen Release rauszuhauen", erzählt Ahzumjot im YOU FM featuring FLEX FM Interview. "19qt01" steht also für das erste Quartal dieses Jahres und ist eine Art Zeitstempel für seine Arbeit.

Erst gehyped, dann gefloppt

Als der Hamburger 2011 sein erstes Album veröffentlichte, wurde auch ein Major-Label auf ihn aufmerksam. 2014 erschien sein zweites Album "Nix mehr egal" bei Universal. Die Platte floppte. "Wobei alles, was nicht auf der Eins landet, als Flopp gilt", sagt Ahzumjot im Interview mit Moderator Simon. "Es ist ein beschissenes Gefühl, wenn du erst gefeiert wirst und dann irgendwann nicht mehr", erzählt der Rapper.

Der vermeintliche Karriereknick beeinflusst seinen weiteren Werdegang maßgeblich. Sein persönliches Fazit lautet: "Scheiß drauf, was die Leute aus mir machen wollen, dann mach ich einfach, worauf ich Bock habe". Musik produziert er seither wieder in Eigenregie. Auch für Interviews, Shows und Feature-Partner gilt: Ahzumjot macht nur, was ihm gefällt.

Keine Superstar-Ambitionen mehr

Mit dieser Herangehensweise hat er Erolg: "Dadurch hat sich viel mehr Interesse um meinen Namen und meine Musik gebildet, als zu der Zeit, in der ich versucht habe, ein Superstar zu sein", sagt Ahzumjot. Verarbeitet hat er das auch in einem Track, der in Zusammenarbeit mit Funkvater Frank, dem Beatmaker von OG Keemo, entstanden ist. Darin heißt es:

Beschäftige mich besser mit den Labels wieder nicht
Denn seit die Aktie wieder Treppen steigt, erkenn' die mein Gesicht
Und vorher machen die auf, kenn' wir uns?
Les eure Mails nur aus Belustigung in WhatsApp-Gruppen
D–I–Y, D–I–Y, mach es D–I–Y
Wie man sein Wert verdoppelt, Bruder, bringt ihr mir nicht bei

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Doch nicht nur die Plattenfirmen bekommen in dem Song ihr Fett weg, auch die Haltung einiger Kollegen in der Deutschrapszene geht Ahzumjot gegen den Strich. Dabei geht es ihm nicht um die Rapskills, sondern die Haltung gegenüber der Musik. So kritisiert er etwa das Geschäftsmodell mit Album-Boxen, die mit zusätzlichen Goodies locken, aber vor allem dafür da seien, die Künstler in den Charts hochzukatapultieren. "Die sind da für den Marktwert", ist der Hamburger überzeugt.

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zum Video Der Freestyle von Ahzumjot bei YOU FM featuring FLEX FM

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Ahzumjot
Coole Klamotten ja, aber in der Rapszene werde insgesamt zu viel über materielle Dinge gesprochen, findet Ahzumjot. Bild © Ahzumjot

Überhaupt werde zu viel über materielle Dinge definiert: "Ich ziehe mich auch gerne gut an", sagt Ahzumjot, aber es störe ihn, wenn Coolness nur noch über Marken wie Balenciaga definiert werde. Die Kids da draußen hätten aber kein Geld für einen 1500 Euro Schuh.

Ahzumjot will ein Gegenmodell zu anderen Rapartists sein, die nur Singles raushauen, nach Klicks streben, in der Hoffnung von einem der großen Labels gesignt zu werden.

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Sendung: YOU FM featuring FLEX FM, 16.05.2019, 22:00 Uhr

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