Edersee
Der hessische Edersee ist wegen Dürre so leer wie seit 15 Jahren nicht mehr. Bild © picture-alliance/dpa

Waldbrände in Kalifornien, das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland, Erdbeerernte im November – ist das der Klimawandel? Diese Frage beantwortet der hr-Wetterexperte. Was ihr selbst tun könnt, um das Klima zu schützen, lest ihr hier.

"Es ist schon eine sehr auffällige Witterung, die wir in den letzten Monaten erlebt haben. Tatsächlich spielt der Klimawandel da mit rein", sagt hr-Wetterexperte Tim Staeger. Zwar gebe es auch Wetterkapriolen, die die Ursachenforschung schwierg machen, aber diese beständigen Hochdruckgebiete, die uns trockenes und heißes Wetter beschert haben, hängen sehr wahrscheinlich mit dem Klimawandel zusammen, so Tim.

Der Rekordsommer war kein Zufall

Erderwärmung
Das Pariser Klimaabkommen will die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen. Bild © picture-alliance/dpa

Seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1880 war es in dem Zeitraum zwischen Februar und jetzt noch nie so warm in Deutschland. "Wäre das jetzt ein einzelnes Jahr, könnte man von Zufall sprechen, aber in den vergangenen Jahren gibt es eine Häufung von neuen Rekorden. Hier spielt der Klimawandel eindeutig rein", ist Wetterexperte Tim überzeugt.

Darum bleibt das Wetter länger an einer Stelle

Eine Folge des Klimawandels: Der Jetstream schwächt sich ab. Der Jetstream ist ein Starkwindband. Ein breites Band, das aus sehr starkem Wind besteht. Das befindet sich in 10 Kilometern Höhe, ungefährt dort, wo Flugzeuge unterwegs sind. Und schlängelt sich über die Nordhalbkugel.

Jetstream
Meteorologe Karsten Schwanke erklärt den Jetsream. Bild © Wetter vor acht

Der Jetstream steuert das Wetter, das bei uns auf dem Boden ankommt. Er schiebt die Tief- und Hochdruckgebiete an. Aktuell bewegt er aber fast gar nicht. Denn der Motor des Jetstreams ist der Temperaturunterschied zwischen kalter Arktis und warmen Tropen. Weil sich die Arktis aber immer mehr erwärmt und der Unterschied zu den Tropen immer kleiner wird, gibt es kaum noch diesen Antrieb. Der Jetstream bleibt an einer Stelle, das bestätigt auch hr-Wetterexperte Tim Steager. Damit bleiben auch bestehende Wettersituationen am selben Ort und verlagern sich nicht. So kann aus einem normalen Hoch eine Dürre werden. Hier wird das Phänomen noch einmal ausführlich erklärt.

Das Pariser Klimaabkommen wirkt kaum

Das Pariser Klimaabkommen wurde im Jahr 2015 als Durchbruch gefeiert. Bei dem Abkommen hatte man sich darauf geeinigt, den Klimawandel auf höchstens zwei Grad Erwärmung zu beschränken. Die Energiewende müsste her, um das zu schaffen. "Aktuell tut sich leider zu wenig. Im Gegenteil: Die USA sind wieder ausgestiegen, einer der wichtigsten Verursacher", stellt Tim fest.

Wetterextreme könnten zunehmen

Hochwasser
Extreme Wetterphänomene könnten in Zukunft weiter zunehmen. Bild © picture-alliance/dpa

Noch sind die Auswirkungen für Deutschland im Rahmen. Sommerliche Hitzewellen, Starkregenereignisse, Gewitter und Überschwemmungen könnten aber zunehmen.

Hinzu kommt der Anstieg des Meeresspiegels. Das ist nicht nur an den Küsten Deutschlands ein Thema, sondern weltweit. "Man muss damit rechenen, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um einen Meter steigt", so Tim. Dann könnten viele Küstenregionen unbewohnbar werden.

Ingesamt sind die Folgen schwer zu überblicken. "Bis vor Kurzem hatte wohl kaum jemand auf dem Schrim, dass es durch den niederigen Pegelstand im Rhein zu Lieferengpässen beim Benzin kommen könnte", sagt Wetterexperte Tim. Da wir noch nicht alle Zusammenhänge kennen, könne es immer wieder zu Wirkungen kommen, von denen wir aktuell noch nichts wissen.

Das könnt ihr tun

Politische Maßnahmen sind zwar wichtig, aber auch jeder Einzelne kann seinen eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren: Zum Beispiel indem ihr das Auto stehen lasst und stattdessen das Fahrrad nehmt. Auch weniger Fleisch essen kann beim Klimaschutz helfen, denn die Fleischproduktion erzeugt viel Methan, was ein Treibhausgas ist. Auch beim Fliegen entstehen viele Emissionen.

Fahrradstadt Aufmacher
Häufiger mit dem Fahrrad fahren, hilft beim Schutz des Klimas. Bild © Colourbox

Wetterexperte Tim hofft, dass das Bewusstsein für den Klimawandel weiter zunimmt und ein Umdenken in Schwung kommt. "Menschen sind anpassungsfähig, kreativ, idealistisch und einfallsreich, vielleicht sind irgendwann Lösungen in Sicht, die uns noch gar nicht einfallen", sagt er. Vielleicht können auch die sozialen Medien dabei helfen, dass sich Menschen zusammenfinden und eine Art Klimarevolution stattfindet, so der Wetterexperte.

Weitere Informationen

Was versteht man überhaupt unter Klimawandel?

Darunter versteht man den menschgemachten Klimawandel. Dieser vollzieht sich seit 1850, seitdem fossile Engergieträger verbrannt werden. Die Treibhausgase, die in die Atmosphäre kommen, haben den Effekt, das die Wärme in der Atmosphäre bleibt – entsprechend wird es stetig ein wenig wärmer.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 20.11.2018, 05:00 Uhr

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