HIV Selbsttest Leonie
Bild © YOU FM

In Deutschland sind neuerdings HIV-Selbsttests erhältlich. Das soll die Hemmung abbauen, sich testen zu lassen. Denn es gibt immer noch viele Menschen, die das Virus in sich tragen, ohne es zu wissen. Wir erklären euch, wie der Test funktioniert und worauf ihr achten solltet.

Bei HIV gilt: Je früher man darüber Bescheid weiß, ob man sich infiziert hat, desto besser. So kann einerseits die Behandlung frühzeitig beginnen, andererseits wird damit auch das Risiko minimiert, dass das Humane Immundefizienz-Virus weitergegeben wird.

Weitere Informationen

Der HIV-Selbsttest

  • Seit dem 1. Oktober könnt ihr zu Hause den HIV-Selbsttest machen.
  • Er ist in Apotheken und Drogerien erhältlich.
  • Kosten: Um die 25 Euro.
  • Der Selbsttest soll vor allem auch Menschen erreichen, die vor einem Arztbesuch zurückschrecken.
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Laut der Deutschen Aids-Hilfe leben in Deutschland derzeit rund 13.000 Menschen, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Denn häufig haben Betroffene keine oder wenige Symptome. Laut Aids-Hilfe erfolgen etwa die Hälfte aller HIV-Diagnosen in Deutschland erst nach Jahren und damit häufig zu spät. In der Folge erkranken mehr als 1.000 Menschen jährlich an Aids oder einem schweren Immundefekt, weil sie jahrelang nichts von ihrer HIV-Infektion wussten.

Leonie hat den Selbsttest gemacht

Es gibt unterschiedliche Selbsttests am Markt. Einen davon hat YOU FM-Moderatorin Leonie ausprobiert. Allerdings war der Test nicht überall verfügbar. In Drogerien war er nach Leonies Recherchen nicht erhältlich. "In der Apotheke musste der Test erst bestellt werden", beschreibt Leonie ihre Erfahrung beim Kauf.

HIV-Selbsttest
Für den Test müsst ihr euch erst in den Finger piksen und dann einen Tropfen Blut auf die Kassette geben. Bild © YOU FM

Der Test funktioniert wie bei der Überprüfung des Blutzuckerspiegels: Man muss sich in den Finger piksen und den Tropfen Blut auf die Kassette geben, die anschließend das Ergebnis zeigt. Dann heißt es warten. "Das waren zehn sehr lange Minuten", sagt Leonie. "Ich habe ganz schön geschwitzt, obwohl ich eigentlich wusste, dass er negativ sein würde." Es schwarz auf weiß zu haben, war für Leonie trotzdem eine Erleichterung. Ihr Fazit: "Der Test geht einfach und schnell. Es ist auf alle Fälle besser, als keinen Test zu machen."

Darauf solltet ihr achten

Der Test kann erst drei Monate nach dem letzten Risiko eine Infektion mit dem HI-Virus ausschließen. Außerdem müssen positive Ergebnisse mit einem weiteren Test von eurem Arzt bestätigt werden. Laut dem Hersteller liegt die Wahrscheinlichkeit eines korrekten Ergebnisses bei einem Selbsttest bei 97,8 Prozent. Bei klassischen Labortests sind es laut Institut für Medizinische Diagnostik 99,5 Prozent.

Rote Aids-Schleifen
Die AIDS-Hilfe Frankfurt berät euch bei Fragen rund um HIV. Bild © picture-alliance/dpa

Oliver Henrich, Pressesprecher der AIDS-Hilfe Frankfurt, begrüßt es grundsätzlich, dass es diesen Test nun gibt: "Es ist eine gute Sache, weil mehr Leute einen Zugang zum HIV-Test haben." Er weiß aber auch, was der Test nicht leisten kann: Nämlich jemanden nach einem positiven Testergebnis aufzufangen, mit dem Betroffenen über seine Gefühle und weitere Schritte zu sprechen. Die AIDS-Hilfe bietet solche Unterstützung an. Zum freien Verkauf des Tests gibt Oliver außerdem zu bedenken: "Die Leute haben heutzutage teilweise noch Hemmungen, Kondome oder ein Gleitgel aufs Band zu legen, ich will nicht wissen, wie das mit einem HIV-Test ist."

Sendung: YOU FM Music like me, 10.10.2018, 18:00 Uhr

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