Filmangebot eines Streaming-Dienstes auf einem Laptop und einem Fernseher
Was die Anbieter unter Familien-Accounts verstehen, ist oft unterschiedlich. Bild © picture-alliance/dpa

Die Accounts vieler Streaming-Dienste kann man ganz einfach teilen – aber wie legal ist das eigentlich? Wir sagen euch, wann Account-Sharing legal ist und was ihr bei Netflix, Spotify und Co. beachten müsst.

Die wichtigste Regel, die ihr euch merken müsst, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, lautet: Teilt euer Konto nur mit Personen, die mit euch in einem Haushalt leben. Damit seid ihr bei Netflix, Spotify, Amazon Prime und Sky Go safe – bei Maxdome und Dazn sind die Regeln ein wenig strenger. Was ihr im Einzelnen beachten müsst:

Spotify

Beim Musikdienst Spotify ist das Teilen ausdrücklich nur innerhalb einer Familie erwünscht. Und das auch nur mit einem "Premium Family"-Account. Familie ist hier aber nicht gleich Familie: Für den Musikdienst gilt man nur als solche, wenn man im selben Haus wohnt. In den AGBs steht das ausdrücklich so drin.

Die Spotify App auf dem Bildschirm eines Smartphones
Teilen nicht erwünscht: Spotify will über den Standort erfahren, wer die Familien-Accounts mitbenutzt. Bild © picture-alliance/dpa

Spotify hat das letztes Jahr sogar per GPS überprüft. Dafür hat der Musikdienst E-Mails an Inhaber von Familien-Konten verschickt. In denen sollten Nutzer ihre Anschrift per GPS bestätigen. Wer "Familie" dabei zu großzügig – sprich: über den Haushalt hinaus – ausgelegt hatte, dem sollte im schlimmsten Fall der Account gesperrt werden.

Es war zwar möglich die GPS-Abfrage zu blockieren, aber die Mails zeigen, dass Spotify es durchaus ernst meint.

Netflix

Bei Netflix war Account-Sharing lange Zeit völlig in Ordnung. Netflix mahnte zwar zur Vorsicht mit den eigenen Daten, untersagte aber das Teilen mit Freunden, Nachbarn oder Kollegen nicht. Account-Sharing war – auch nach Einschätzung des Medien-Anwalts Christian Solmecke im Jahr 2015 – erlaubt.

Inzwischen steht in den AGBs jedoch ausdrücklich: "[Der Netflix-Dienst darf] nicht mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, geteilt werden." Man ist also strenger geworden.

Account-Sharing, auch unter Freunden und Kollegen, ist bei Netflix zwar nach wie vor gängige Praxis – gerade beim Premium-Zugang, der bis zu vier Profilen gleichzeitig das Streamen erlaubt. Durch die Geschäftsbedingen abgedeckt ist ein solches Teilen allerdings nicht mehr.

Sky Go

Bei Sky Go ist man besonders streng. Die Weitergabe an Dritte ist ausdrücklich nicht erwünscht. In den AGBs ist festgeschrieben, dass Sky Go nur von dem jeweiligen Abonnenten genutzt werden darf – das schließt allerdings volljährige Personen aus dem eigenen Haushalt mit ein.

Ein Sky-Go-Account kann nicht von mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden – startet ihr einen Stream auf einem neuen Gerät, wird jeder laufende Stream automatisch beendet. Es sei denn, Kunden zahlen einen Aufpreis von 4,99 Euro, dann sind zwei gleichzeitige Streams über ein Konto möglich.

Amazon Prime Video

Amazon Prime auf dem Smartphone
Bei Amazon ist es nicht möglich, mehrere Accounts unter einem Nutzernamen anzulegen. Bild © picture-alliance/dpa

Ähnlich ist es bei Amazon Prime Video. Hier besteht keine Möglichkeit, gleich mehrere Accounts unter einem Usernamen zu sammeln. Das Teilen einer Mitgliedschaft ist also nicht legal. Ansonsten riskiert ihr unter Umständen, dass euer Account gesperrt wird.

Maxdome

Maxdome verbietet ausdrücklich die Weitergabe von Passwörtern "an Dritte", ihr verpflichtet euch, eure Zugangsdaten "vor dem Zugriff durch Dritte geschützt aufzubewahren." Aber wer sind Dritte? IT-Anwalt Thomas Schwenke sagte der Süddeutschen Zeitung 2017: "Im Familienkreis wird [die Weitergabe] kein Problem sein." Aber schon bei WGs befinde man sich in einer Grauzone.

Eine ausdrückliche Ausnahme für den eigenen Haushalt (wie bei Netflix oder SkyGo) hat Maxdome jedenfalls nicht.

Dazn

Gleiches Spiel beim Sport Streaming-Dienst DAZN. Es ist untersagt, eure Login-Daten "Anderen mitzuteilen". Eine Ausnahme für den eigenen Haushalt findet sich in den AGBs nicht. Man kann das Angebot aber auf zwei Geräten gleichzeitig nutzen.

Sendung: YOU FM, Worktime, 24.09.2018, 14:00 Uhr

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