Instagram posten
Einige fürchten, dass nun vertaggte Postings rechtliche Konsequenzen haben können. Bild © Colourbox

Ihr kennt das: Ihr habt euch etwas Neues gekauft, fotografiert eure Errungenschaft und präsentiert sie stolzbei Instagram - samt Verlinkung auf den Kanal der Marke. Ihr glaubt, dass ihr das nun als Werbung kennzeichnen müsst? Wir klären auf, wann das der Fall ist.

Influencerin wird Schleichwerbung vorgeworfen

Vreni Frost
Vreni Frost ist Beauty-und Lifestyle Influencerin auf Instagram. Bild © Imago Images

Vreni Frost hat über 50.000 Follower und hatte auch schon oft Werbedeals mit Unternehmen. Dieses Mal handelt es sich aber um unbezahlte Posts: Dort hat sie Unternehmen mit @ getaggt und somit verlinkt. Diese Posts gelten als Werbung, obwohl die Influencerin nicht dafür bezahlt wurde - das hat das Landgericht Berlin entschieden.

Die Produkte, die sie vorgestellt hat, hat sie selbst gekauft und konnte das auch mit Quittungen belegen. Das Gericht begründet das Urteil damit, dass Vreni keine Privatperson ist, ihren Account geschäftlich betreibt und aus solchen Nennungen trotzdem einen wirtschaftlichen Vorteil ziehe, weil sie so Unternehmen auf sich aufmerksam mache, die ihr zukünftig vielleicht Kooperationen anbieten könnten.

Gilt das Urteil nun für jeden?

Zitat
„Privatpersonen, die auf ihrem Instagram-Account eine durchschnittliche Anzahl von Followern haben und dort nicht kommerziell tätig sind, dürften nichts zu befürchten haben, wenn sie auf Unternehmen verlinken.“ Zitat von Christian Solmecke
Zitat Ende

Anwalt für Medienrecht, Christian Solmecke, erzählt YOU FM, ihr würdet nur gegen das Gesetz handeln, wenn ihr "den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht". Da das Verlinken durch eine Privatperson normalerweise keine solche geschäftliche Handlung ist, solltet ihr nichts zu befürchten haben. Solmecke sagt, das Urteil sei eine Art Sonderrechtsprechung für Influencer.

Ab wann geratet ihr ins Visier?

Christian Solmecke
Christian Solmecke hat uns den Fall Vreni Frost eingeordnet. Bild © Christian Solmecke

Das Problem ist, dass die Grenze zwischen Privatperson und Influencer nicht definiert ist. Wer eine Followerzahl im höheren vierstelligen Bereich hat oder in der Vergangenheit Werbedeals für Posts mit Unternehmen hatte, könne ins Visier geraten. Das müsse dann im Einzelfall entschieden werden, so der Anwalt.

Könnt ihr sehen, ob Influencer-Posts von Unternehmen bezahlt wurden?

Momentan sind keine unterschiedlichen Kennzeichnungen für bezahlte und unbezahlte Verlinkungen vorgeschrieben. Genau darüber beschweren sich Influencer jetzt - wo bleibt da noch die Glaubwürdigkeit? Vreni Frost will auf jeden Fall gegen das Urteil vorgehen.

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 25. 06.2018, 17:15 Uhr

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