Affen-Selfie
Der Affe Naruto hat ein Selfie von sich gemacht. Bild © Colourbox, Imago

Dieses Bild kennt wohl jeder: Der Affe Naruto hatte im Jahr 2011 mit der Kamera des Fotografen David Slater ein Selfie aufgenommen. Doch wem gehört dieses Bild? Diese Frage wurde nun nach jahrelangen Verhandlungen endlich vor Gericht beantwortet: Der Affe kann kein Urheberrecht geltend machen.

Normalerweise ist die Sache ganz einfach: Ihr macht ein Selfie von euch und habt dann die Rechte an diesem Bild. Das bedeutet, dass niemand das Selfie ohne eure Zustimmung verwenden darf. Aber was ist, wenn ein Affe mit eurem Smartphone ein Selfie von sich macht? Wer ist dann der Rechteinhaber? So einen Fall gibt es tatsächlich. Wir fassen euch mal zusammen, was dabei bisher alles passiert ist.

2011: Affe Naruto macht Selfie

Dem Naturfotograf David Slater gelang 2011 in Indonesien etwas ganz Besonderes. Er drückte einem Affen seine Kamera in die Hand. Und dieser grinste frech in die Linse uns schoss ein Selfie von sich. Das Bild ging um die Welt.

2015: PETA will Affen als Rechteinhaber

Vier Jahre, nachdem das Bild aufgenommen wurde, zog die Tierschutzorganisation PETA vor Gericht. Ihr Ziel: Nicht der Fotograf mit dessen Kamera das Bild gemacht wurde, sonder dem Affen Naruto bekommt die Rechte an dem Bild. Schließlich sei der Affe der "Fotograf".

2017: Vergleich vor Gericht

Nach zwei Jahren zähen Gerichtsverhandlungen einigten sich PETA und Slater auf einen Vergleich in dem Streit. Es wurde vereinbart, dass PETA die Klage zurückzieht und Slater 25 Prozent seiner Einnahmen aus der Verwendung des Fotos für den Erhalt des Lebensraums der Affen in Indonesien spendet.

April 2018: Fall wird neu aufgerollt und entschieden

Doch ein US-Berufungsgericht hat Anfang April den geschlossenen Vergleich abgelehnt. Der Vorwurf gegen PETA: Sie sollen dem Vergleich nur zugestimmt haben, weil sie kaum Chancen hatten, dass das Gericht zu ihren Gunsten entscheidet. Also ging das Affentheater von vorne los.

Nun hat ein amerikanisches Berufungsgericht aber ein Urteil gefällt. Dieses besagt, dass Tiere generell keine Urheberrechte geltend machen können. Die Tierschutzorganisation Peta ist also auch in zweiter Instanz mit ihrer Klage um die Rechte am Affen-Selfie gescheitert. Jetzt muss Peta die Anwaltskosten des Fotografen übernehmen. Aber: Die Organisation kann noch vor den Supreme Court, das höchste amerikanische Gericht, ziehen. Ob sie das macht, steht noch nicht fest.

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 16.04.2018, 14:00 Uhr

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