Social Freezing
Beim Social Freezing werden per Punktion unter Vollnarkose Eizellen entnommen. Bild © Colourbox.de

Frauen haben die Möglichkeit, ihre Eizellen einfrieren und zum "passenden" Zeitpunkt befruchten zu lassen. Wie "Social Freezing" genau funktioniert und welche Risiken das mit sich bringt, erzählt Susanne im YOU FM Interview.

Social Freezing Susanne
Susanne hat sich im Alter von 37 Jahren einige ihrer Eizellen einfrieren lassen. Bild © YOU FM

In der heutigen Zeit legen viele junge Menschen ihren Fokus voll auf ihre Karriere. Familien- und Kinderplanung stehen oft hinten an. So geht es auch der 37-Jährigen Susanne. Einen Partner hat die Frankfurterin derzeit nicht. Aber: Sie wünscht sich ein Kind. Sie kann sich sogar vorstellen, das Kind alleine groß zu ziehen. Fakt ist aber auch, dass es für Susanne mit Ende dreißig zeitlich langsam eng wird, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. "Ich höre die biologische Uhr langsam ticken", erzählt sie im YOU FM Interview.

Daher hat sie sich dazu entschieden, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. So hat sie noch in ein paar Jahren theoretisch die Möglichkeit – durch eine künstliche Befruchtung der eingefrorenen Eizellen - schwanger zu werden. Sogar zu einem Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr fruchtbar ist.

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So funktioniert "Social Freezing"

  • Die Zellen werden per Punktion unter Vollnarkose entnommen.
  • Nach der Entnahme werden die Eizellen in flüssigem Stickstoff bei -196 Grad eingefroren.
  • Je jünger die Frau ist, desto besser ist die Qualität der Eizellen.
  • 80 bis 90 Prozent der eingefrorenen Zellen überstehen den Auftauprozess.
  • Die Eizellen können theoretisch beliebig lang konserviert werden.
  • Sobald sie genutzt werden sollen, werden sie künstlich befruchtet und der Frau eingesetzt.
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Eizellenproduktion wird hormonell angeregt

Social Freezing
Die Eizellen werden unter Vollnarkose entnommen. Bild © picture-alliance/dpa

Normalerweise reift in den Eierstöcken einer Frau im Monat nur eine Eizelle. Entscheidet sich eine Frau für Social Freezing, dann muss sie sich im Vorfeld eine Zeit lang Hormone spritzen, um die Produktion der Eizellen zu stimulieren. "Währenddessen habe ich gemerkt, wie die Eier wachsen", erzählt Susanne.

Danach erfolgt die Entnahme der Eizellen. Das passiert unter Vollnarkose. Die Eizellen werden punktiert, also mit einem gezielten Nadelstich entnommen. Je nach Alter der Frau, sind dafür bis zu drei Zyklen notwendig, da es bei einem Eingriff manchmal nur sechs reife Eizellen sind, die entnommen werden können. Eingefroren werden aber mindestens zwölf Zellen.

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Risiken des "Social Freezings"

  • Die gespritzten Hormone können Nebenwirkungen haben: Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Durchblutungsstörungen, Thrombose, Lungenembolie.
  • Das Punktieren erfordert eine Vollnarkose. Diese bringt die üblichen Operationsrisiken mit sich (Blutungen, Infektionen).
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Nach der Entnahme werden die Eizellen in flüssigem Stickstoff eingefroren. Bild © picture-alliance/dpa

Susanne hat sich, bevor sie den Entschluss gefasst hat, gründlich über die Risiken informiert und sich keine Sorgen gemacht, dass etwas schiefgehen könnte. Sie treibt aber eine andere Angst um: "Ich habe Bedenken, dass ich die eingefrorenen Eier nie nutzen werde und Geld rausgeschmissen habe." Denn Social Freezing ist eine kostspielige Angelegenheit und die Krankenkassen zahlen generell nicht dafür.

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Das kostet "Social Freezing"

  • Es kostet mindestens 2.000 Euro, die Frau hormonell zu stimulieren, die Eizellen zu entnehmen und einzufrieren.
  • Die Lagerung der Zellen in flüssigem Stickstoff kostet pro Jahr etwa 300 Euro.
  • Entscheidet sich die Frau für die Befruchtung einer eingefrorenen Eizelle, liegen die Kosten bei etwa 1.500 pro Versuch.
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"Das ist eine Investition in mich beziehungsweise in meine Zukunft gewesen", sagt Susanne und erzählt, dass ihr die Kosten für das Entnehmen und Einfrieren ihrer Eizellen nicht weh getan haben. "Ich hatte sowieso ein bisschen was angespart. Daher tut es mir im Moment nicht weh, dass das Geld weg ist", erzählt sie.

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Die entnommenen Eizellen werden in solchen Kassetten koserviert. Bild © picture-alliance/dpa

Wann die 37-Jährige die eingefrorenen Eizellen nutzen will, weiß sie momentan noch nicht. "Das muss ich jetzt noch nicht festlegen", meint sie. Ewig will sie damit aber nicht warten: "Keiner möchte seinem Kind zumuten, uralte Eltern zu haben."

Samenspende aus den Freundeskreis denkbar

Sie schließt daher auch nicht aus, dass sie auf einen Samenspender zurückzugreift, der ihre konservierten Eizellen befruchtet. Natürlich nur dann, wenn für sie die Zeit gekommen ist, ihre konservierten Eizellen zu nutzen und "Mister Right" noch nicht in ihr Leben getreten sein sollte. "Eine Samenspende möchte ich nicht ausschließen. Dann würde ich aber eher auf den Bekanntenkreis zurückgreifen. Ich finde es besser, wenn man den Vater kennt."

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Weitere Infos zu "Social Freezing"

Beim Kinderwunschzentrum Frankfurt könnt ihr weitere Infos zum Thema "Social Freezing" nachlesen.

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Sendung: YOU FM, Die YOU FM Morningshow, 31. Januar 2018, 05:00 Uhr

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