Durch eine eingeschlagene Fensterscheibe blickt ein Einbrecher (gestellte Szene).
Eine gruselige Vorstellung, wenn sich ein Einbrecher in eure vier Wände schleicht. Bild © picture-alliance/dpa

Sie durchwühlen blitzschnell Schubladen und Schränke und nehmen mit, was sich zu Geld machen lässt: Einbrecher. Eine Horror-Vorstellung, wenn eine wildfremde Person sich durch eure privaten Dinge kramt. Wir sagen euch, wie ihr euch besser schützen könnt und klären falsche Mythen über Einbrüche auf.

Im Herbst haben Einbrecher Hochkonjunktur. Denn wenn es später hell und früher dunkel wird, lässt es sich schön unbemerkt einsteigen. Alle drei Minuten wird in hessische Wohnungen oder Häuser eingebrochen. Auch wenn in Hessen die Fallzahlen in 2017 um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, will die Polizei nun die Ermittlungsarbeit verbessern. Denn hessenweit wird nur etwa jeder fünfte Diebstahl aufgeklärt.

Hessischer Polizist am Computer
Die Polizei bekommt bei der Suche nach Einbrechern jetzt Hilfe von einer Software. Bild © picture-alliance/dpa

Dazu nutzt die hessische Polizei seit letztem Jahr eine Prognosesoftware, die besonders gegen Serieneinbrecher helfen soll. Über eine App bekommen die Polizisten umfassende Lagebilder der letzten Tage und können somit ihre Einsätze der nächsten 24 Stunden gezielter planen. Aus den Daten könnten laut Polizei außerdem räumliche und zeitliche Schwerpunkte abgeleitet und bestimmte Verhaltensmuster der Täter erkannt werden.

Mit diesen Tipps schützt ihr euch:

  • Sorgt dafür, dass es außen keine Aufstiegshilfen gibt, die es den Einbrechern leicht machen.
  • Entfernt außenliegende Scharniere, z.B. an alten Kellertüren. Die lassen sich nämlich von außen losdrehen - und dann nützt auch ein teures Schloss an der Innenseite der Tür nichts mehr, weil man von der Hinterseite der Tür eintreten kann.
  • Für die Kellertür könnt ihr euch ein Panzerriegelschloss besorgen, das quer über die ganze Tür geht.
  • Keine Fenster, Türen oder Balkontüren gekippt lassen
  • Einbruchshemmende Fenster und Türen, spezielle Rollläden, Türspione anbringen. Türen mit Fenster sollten besonders gesichert werden, z.B. mit sogenannten Pilzkopfverriegelungen, Polycarbonatfolie oder Rollläden mit automatischer Hochschiebesicherung.
  • Rollläden allgemein nur nachts runtermachen - sonst signalisiert ihr, dass ihr nicht zu Hause seid.
  • Haus-/Wohnungsbeleuchtung in unregelmäßigen Abständen ein- und ausschalten; eine Zeitschaltuhr benutzen, während niemand zu Hause ist.
  • Wohnungstür zweimal abschließen. Achtet auch darauf, dass man an eurem Schloss nichts aufziehen oder abbrechen kann.
  • keine offensichtliche Verstecke wie Kaffeedose für Geld und Schmuck wählen
  • Radio anlassen, wenn ihr nicht zu Hause seid
  • Briefkasten regelmäßig leeren
  • Wenn ein Einbruch passiert ist, sofort die Polizei rufen und nichts anfassen! Spuren werden nämlich wie im TV-Krimi gesichert

Diese vier große Mythen über Einbrüche stimmen nicht:

Mythos 1: Einbrecher klauen am liebsten Fernseher.

Muss nicht sein. Denn Fernseher sind total unhandlich. Smartphones, Kameras, Laptops lassen sich besser transportieren. Einbrecher suchen auch gerne im Bad und Schlafzimmer bevorzugt nach Schmuck und Bargeld.

Mythos 2: Einbrecher kommen immer nachts.

Stimmt nicht. Die meisten Einbrüche passieren zwischen 18 und 19 Uhr. Einbrecher gehen bei Tageswohnungseinbrüchen davon aus, dass niemand zu Hause ist. Die meisten Leute arbeiten eben tagsüber.

Einbruch
Einbrecher kommen immer nachts? Stimmt nicht! Bild © Model Foto: Colourbox.de

Mythos 3: In oberen Stockwerken muss man keinen Einbruch befürchten.

Stimmt nicht. In Mehrfamilienhäusern zieht es Einbrecher gerade in die oberen Stockwerke. Hier sind weniger Störer im Treppenhaus zu erwarten. Bei Erdgeschosswohnungen besteht dagegen eher die Gefahr, dass Diebe von außen Fenster oder Balkontüren aufhebeln und einsteigen.

Mythos 4: Einbrecher spionieren ihre Opfer gezielt über Facebook & Co aus.

Eher unwahrscheinlich. Das Online-Profil einer unbekannten Person mit einem Wohnort zu verknüpfen, ist nicht einfach und total fehleranfällig. Trotzdem solltet ihr bei Facebook und Co. besser nicht posten, dass ihr gerade verreist seid.

Sendung: YOU FM Dein Sonntagmorgen, 19.11.2017, 08:10 Uhr

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