Preisänderung Online-Händler
Ist das jetzt teuer oder billig? Preise im Online-Handel ändern sich laufend. Bild © Colourbox.de

Was ihr vielleicht schon vermutet habt, hat die Verbraucherzentrale Brandenburg jetzt nachgewiesen: Online-Händler ändern laufend ihre Preise.

Heute kostet der Pulli 36 Euro, zwei Wochen später sind es 45 Euro. Wie viel ihr für Kleidung, Technik oder auch Medikamente ausgeben müsst, hängt online davon ab, wann ihr den Artikel kauft. Dabei geht's nicht nur um die Badehose, die im Winter billiger ist als im Sommer. Manche Portale ändern die Preise mehrmals am Tag.

15 von 16 Händlern ändern regelmäßig

34 Tage lang hat die Verbraucherzentrale Brandenburg die Preise von 1133 Produkten bei 16 Online-Händlern untersucht. Bis auf eine Versand-Apotheke haben alle ihre Preise geändert. Bei manchen Produkten änderte sich der Preis in 34 Tagen bis zu 32 mal.

Preisänderung Online-Händler
So unterschiedlich können die Preise bei Zalando sein. Bild © Verbraucherzentrale Brandenburg

Oft geht es nur um ein paar Euro. Es gibt aber auch krassere Beispiele: Bei einem Handy auf der Seite von Media Markt lagen zwischen dem Höchstpreis und dem Tiefstpreis stolze 220 Euro.

Warum machen die Händler das?

Händler reagieren auf die Konkurrenz und auf die Nachfrage. Die meisten Kunden kaufen da, wo es am billigsten ist. Deshalb haben die Portale Algorithmen, die regelmäßig die Preise ändern.

Woher weiß ich, ob etwas billig ist oder teuer?

Preisänderung Online-Händler
Camelcamelcamel.com: Die Seite trackt Preise bei Amazon für euch. Bild © Camelcamelcamel.com

"Der Kunde kann nicht einschätzen, ob er gerade spart oder draufzahlt", sagt Kirsti Dautzenberg von der Verbraucherzentrale. Die einzige Möglichkeit für Verbraucher sei es, Preise über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Eine Alternative sind Webseiten, die das Beobachten für euch übernehmen. Camelcamelcamel.com zum Beispiel trackt Produktpreise bei Amazon. So seht ihr immer, ob der aktuelle Preis wirklich ein Schnapper ist – oder nur geschicktes Marketing. Die unverbindliche Preisempfehlung könnt ihr ignorieren, meistens bewegt sich der Preis, den ihr zahlen müsst, deutlich darunter.

Endlevel: Jeder bekommt einen eigenen Preis

Junger Mann vor seinem Laptop
Personal Pricing: Jeder bekommt online andere Preise angezeigt. Bild © Colourbox.de

Stellt euch vor: Ihr und ein Freund bucht gleichzeitig einen Flug nach Portugal. Ihr zahlt 150 €, euer Freund nur 110 €.
Klingt wie eine Textaufgabe in der Grundschule, ist aber der letzte Schrei in der dynamischen Preisgestaltung: "Personal Pricing". Das Prinzip: Die Preise werden individuell gestaltet – zum Beispiel abhängig davon, welche Webseiten ihr sonst besucht oder welches Gerät ihr verwendet.

Dass euer Flug teurer ist als der eures Freundes könnte dann zum Beispiel daran liegen, dass ihr zum Buchen ein iPad verwendet habt, euer Freund einen Windows-Rechner. Der Algorithmus geht davon aus, dass ihr bereit seid mehr zu zahlen, einfach, weil ihr ja ein teures iPad habt. Ein anderer Grund könnte sein, dass ihr schon ein paar mal nach Flügen gesucht habt. Die Webseite merkt sich das und erhöht den Preis – ihr fühlt euch unter Zugzwang und bucht, bevor der Preis noch weiter nach oben geht.

Im Moment sind die Händler mit "Personal Pricing" noch vorsichtig. Wenige Kunden haben dafür Verständnis. Experten gehen aber davon aus, dass diese Technik in Zukunft sehr viel öfter genutzt werden wird.

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 06.08.2018, 16:30 Uhr

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