Steuererklärung

Ist eure Wohnung Homeoffice-kompatibel oder musstet ihr euch erstmal neu einrichten, um überhaupt von zuhause aus arbeiten zu können? Dann könnt ihr euch wahrscheinlich einen dicken Batzen Geld vom Finanzamt wiederholen – wenn ihr bei der Steuererklärung auf ein paar Dinge achtet.

Ja, okay – die Steuererklärung ist ziemlich unsexy. Wenn ihr aber gerade auch im Homeoffice seid, dann solltet ihr das leidige Thema trotzdem mal angehen.

Die zusätzlichen Kosten, die euch durch das Arbeiten zuhause entstehen, könnt ihr nämlich von der Steuer absetzen. Was ihr dabei beachten müsst, haben wir mit Aenne Riesenberg von der Stiftung Finanztest geklärt.

Ab wann kann ich für das Homeoffice Steuern geltend machen?

Alle Ausgaben, die euch im Zusammenhang mit der Arbeit entstehen, zählen in der Steuererklärung als Werbungskosten. 1.000 Euro sind dafür bei jedem Arbeitnehmer erstmal pauschal anerkannt. Diese Kosten müsst ihr nicht nachweisen. Wenn ihr nicht darüber kommt, ist es einfacher, den pauschalen Betrag abzusetzen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Benne weiß, wie ihr im Homeoffice Steuern sparen könnt

YOU FM Moderator Benne Schroeder
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Wenn ihr mehr als 1.000 Euro Werbungskosten im Jahr habt, wirkt sich das steuerlich aus. Die Finanz-Expertin rät deshalb: "Jeden Beleg – und wenn es nur darum geht, Papiernachschub zu kaufen – sollte ich auf jeden Fall aufheben und sammeln."

Wenn ihr durch das Homeoffice hohe Werbungskosten habt, solltet ihr euch dafür einen Freibetrag in eure elektronischen Lohnsteuerdaten eintragen lassen. "Dann wird beim Lohnsteuerabzug gleich berücksichtigt, dass er entsprechend sinkt", weiß Aenne.

Welche Kosten können berücksichtigt werden?

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Höchstgrenze für "geringfügige Arbeitsmittel"

Wenn der neue Laptop inklusive Umsatzsteuer nicht mehr als 952 Euro kostet, könnt ihr ihn sofort für 2020 absetzen. Ansonsten schreibt ihr ihn über die Jahre der Nutzungsdauer – über 3 Jahre – verteilt ab.

Ende der weiteren Informationen

Aenne erklärt: "Alle Kosten, die mir jetzt im Zusammenhang mit der Arbeit entstehen, kann ich absetzen." Damit ist gemeint: Alles, was ihr benötigt, um von zuhause aus arbeiten zu können – zum Beispiel einen neuen Laptop, einen Schreibtisch oder Büromaterial wie Druckerpapier und Stifte – könnt ihr steuerlich geltend machen, wenn ihr es zu mindestens 90 Prozent für eure Arbeit verwendet.

Übrigens könnt ihr auch die Kosten für Online-Workshops, an denen ihr im Homeoffice teilnehmt und die euch im Beruf nutzen, als Werbungskosten absetzen.

Habt ihr zuhause ein Arbeitszimmer?

Das könnt ihr von der Steuer absetzen. Dafür gelten aber einige Regelungen: Es muss ein separates, abschließbares Zimmer sein, ein Durchgangszimmer zum Beispiel zählt nicht. "Es muss wirklich dem Arbeiten dienen, da sind die Finanzämter streng", so Aenne.

Die Kosten für das Arbeitszimmer lassen sich anteilig entsprechend der Gesamtwohnfläche absetzen und dann auch nur für die Zeit, die ihr im Arbeitszimmer arbeiten müsst. Die Expertin weiß: "Wenn euer Arbeitgeber euch angewiesen hat, von zuhause zu arbeiten, dann könnt ihr 1.250 Euro im Jahr insgesamt für das Arbeitszimmer absetzen."

Das gilt natürlich nur, wenn das Homeoffice nicht der Mittelpunkt eurer Arbeit ist und ihr sonst ein Büro auf der Arbeit habt und nur für die tatäschlich anfallenden Kosten. Damit das alles in der Steuererklärung auch klappt, hat Aenne noch einen Tipp: "Es ist wichtig, eine Bestätigung vom Arbeitgeber zu haben, dass man das übliche Büro nicht mehr nutzen kann."

Was ist mit Internet und Telefon, bekomme ich da Geld zurück?

Weil es sehr aufwendig ist, die tatsächlichen arbeitsbedingten Kosten dafür zu ermitteln, empfiehlt sich, die monatliche Pauschale zu nutzen. Das sind laut Aenne 20 Prozent der Monatsabrechnung und maximal 20 Euro im Monat.

Bekomme ich auch die Kosten für eine (Paar-)Therapie erstattet, die ich nach der Zeit im Homeoffice dringend brauche?

Wenn euer Arbeitgeber sehr kulant ist, kann er das tun. Diese Kosten fallen aber nicht unter die Werbungskosten. "Kosten, die mir aus gesundheitlichen Gründen entstehen, zählen als außergewöhnliche Belastung. Die zählen ab einer gewissen zumutbaren Belastung, die sich nach dem Einkommen richtet", sagt Aenne.

Muss der Arbeitgeber mir jetzt nicht auch den Strom zahlen?

Nein. Ihr habt keinen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber auch im Homeoffice für eure benötigten Büromaterialien, für Strom und Ähnliches aufkommt.

Manche Arbeitgeber machen das aber, weil sie durch das Homeoffice Kosten sparen. "Das wird dann wie ein geldwerter Vorteil versteuert. Wenn er weiß, dass sein Mitarbeiter hohe Aufwände hat, kann er ihm auch einen steuerfreien Auslagenersatz erstatten. Aber das ist eine Entscheidung des Arbeitgebers", so Aenne.

Sendung: YOU FM,

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