Fake Bewertungen
5-Sterne-Bewertungen sprechen nicht immer für ein gutes Produkt. Bild © Colourbox.de

Immer mehr Fake-Bewertungen tummeln sich in Online-Portalen. Verkäufer und Fake-Bewerter organisieren sich mittlerweile in sozialen Netzwerken. Wir sagen euch, worauf ihr achten könnt, um nicht in die Falle zu tappen.

Laut der Washington Post sollen bei manchen Produkten auf Amazon mehr als die Hälfte der Bewertungen unglaubwürdig sein. Doch wie kommen die Verkäufer an ihre Fake-Bewertungen?

Der Deal zwischen Verkäufern und Rezensenten

Verkäufer heuern ihre Rezensenten zum Beispiel in Facebook-Gruppen an. Wir haben Gruppen auf Deutsch gefunden, wo schon in der Beschreibung mit Gutschriften gegen Bewertungen geworben wird. In den Gruppen wird ein Produkt vorgestellt - das kann auch mal nur ein Link zur Verkaufsseite sein - und dass ihr nach dem Bewerten zehn Euro per Paypal oder eine fünf Euro Amazon-Gutschrift bekommt. Das alles, ohne das Produkt wirklich getestet zu haben.

Fake Bewertungen
Facebook-Gruppe für Bewertungen Bild © Screenshot Facebook

Die weitere Konversation findet dann über Privatnachrichten statt. Es gibt aber auch andere Vorgehensweisen: Manche Verkäufer versprechen zum Beispiel auch die Erstattung des Verkaufspreises, wenn ihr das Produkt tatsächlich bestellt und dann eine Bewertung hinterlasst. Auch da ist es fraglich, ob Tester neutrale Bewertungen schreiben.

Ist das erlaubt?

Bei Amazon sind bezahlte Bewertungen verboten. Und eine Bewertung gegen Sofortüberweisung oder Gutschrift ist im Endeffekt ja nichts anderes. Das Produkt wird außerdem nicht wirklich getestet. Die Washington Post schreibt, Facebook habe auf deren Anfrage hin einige solcher Gruppen gelöscht. Wir haben immer noch welche gefunden.

Weitere Informationen

So erkennt ihr Fake-Bewertungen:

  • Übertrieben positive Formulierungen, oftmals ohne Begründung für das Herausstechen des Produkts
  • Wiederholung von Phrasen
  • Viele Bewertungen in engem Zeitraum, davor und danach kaum Rezensionen
  • Bewertungen von Rezensenten, die immer nur fünf Sterne vergeben und auffällig kuriose Namen haben
Ende der weiteren Informationen

Darauf könnt ihr noch achten:

Wenn eine Bewertung den Zusatz "verifizierter Kauf" trägt, ist das ein gutes Zeichen. Das bedeutet, dass der Bewertende das Produkt vorher tatsächlich auch selbst über das Portal bestellt hat. Außerdem könnt ihr euch bei Testinstituten wie Stiftung Warentest informieren. Oder ihr nehmt eine Website zur Hilfe: Bei reviewmeta.com könnt ihr den Link zum Produkt eingeben. Dort werden die Bewertungen und Profile der Kritiker nach verschiedenen Kriterien auf Hinweise für Fake-Bewertungen durchsucht. Es gibt aber keine Garantie, dass wirklich alle Fakes gefunden werden.

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 24.04.2018, 17:15 Uhr

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