Szenen vom Dreh des Kurzfilms "Sex in Times of Corona"

16 Berliner*innen haben während der Coronakrise einen Porno gedreht, der zeigt, wie man trotz Abstand Sex haben kann. Was erst einmal skurril aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Der Erlös geht an Sexarbeitende, die durch Corona in finanzielle Not geraten sind.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Finn Peaks erklärt dieser Freddie, warum Sexarbeiter*innen in der Corona-Krise das Gefühl haben, vergessen zu werden

YOU FM Moderatorin Freddie
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Wie viele, die als Sexarbeiter*in tätig sind, kann auch Finn Peaks gerade keine Kunden mehr treffen und nur mit Clips und Caming Geld verdienen. Zusätzlich gibt es staatliche Hilfen, so kommt Finn gerade über die Runden.

Doch in der Sex- und Erotik-Branche gibt es einige, die auf keinerlei Untersützung hoffen können. Auch in Hessen haben Bordelle zu – der Straßenstrich ist offiziell verboten. "Viele Sexarbeiter*innen sind durch die Krise und die Kontaktbeschränkungen in eine finanzielle Notlage gekommen", erklärt Finn im YOU FM Interview. Für sie haben Finn und 15 weitere Berliner Pornmacher*innen den Kurzfilm "Sex in Times of Corona" gedreht.

Social-Distancing-Dildo sorgt für ausreichend Abstand

Szenen vom Dreh des Kurzfilms "Sex in Times of Corona"

"Die meisten von uns sind Sexarbeiter*innen und wir hatten Lust auf ein kreatives Projekt", sagt Finn zur Entstehung. Heraus gekommen ist der Kurzfilm "Sex in Times of Corona", der 11 Methoden für Sex zeigt, ohne sich nahe zu kommen – zum Beispiel mit einem eineinhalb Meter langen Social-Distancing-Dildo oder Dirty Talk per Dosentelefon.

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Auch beim Dreh wurde auf ausreichend Abstand geachtet: Die Szenen entstanden in kleinen Teams aus Leuten, die ohnehin zusammen in einem Haushalt wohnen.

Keine Rücklagen und keinen Anspruch auf staatliche Hilfen

Szenen vom Dreh des Kurzfilms "Sex in Times of Corona"

Die Erlöse des Films gehen als Spende direkt an den Notfallfonds des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) und kommen so Sexarbeitenden zugute, die keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben.

"Die meisten Sexworker*innen haben keine Rücklagen", weiß Finn. Diejenigen, die gemeldet sind und hauptberuflich der Sexarbeit nachgehen, könnten die Zuschüsse für Selbstständige nicht nutzen, da dieses Geld nur für berufliche Ausgaben eingesetzt werden dürfe und nicht für Miete oder Essen. Andere seien nicht angemeldet oder illegal in Deutschland.

Szenen vom Dreh des Kurzfilms "Sex in Times of Corona"

Einen Eindruck darüber, wie vielfältig die Wege von Sexworker*innen in finanzielle Schieflage sind, bekommt man auch auf der Seite des BesD. Dort beschreibt der Verband die Schicksale von einzelnen Betroffenen: Etwa Sexarbeitenden, die nicht aus Deutschland kommen, nun aber hier festsitzen, weil sie nicht in ihre Heimat zurückreisen dürfen oder sich die Rückreise nicht leisten können. Sie leben jetzt zwischen illegaler Arbeit im Untergrund und Obdachlosigkeit.

5.000 Euro für Sexarbeitende in Not

Finn freut sich, dass sie mit ihrem solidarischen Projekt "Sex in Times of Corona" bereits 5.000 Euro für Sexarbeitende in Not sammeln konnten: "Wir sind ziemlich stolz darauf, dass wir irgendwas während dieser Krise machen konnten."

Gleichzeitig wirbt Finn für mehr Akzeptanz für Sexworker*innen in der Gesellschaft: "Ich wünsche mir für die Zukunft, dass Sexarbeit weiter entkriminalisiert und entstigmatisiert wird, dass wir gleiche Rechte haben wie andere Menschen – auch was unsere Arbeit betrifft."

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 19.05.2020, 15:00 Uhr

 

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