Ein Mann trägt eine Smart-Watch am Handgelenk

Schrittzahl, Ruhepuls oder Schlafintensität – mit Smartphone oder Fitnessarmband lässt sich so einiges tracken. Warum machen wir das so gerne? Und ist das überhaupt gut für uns? Wir haben bei Diplompsychologin Vivien Suchert nachgefragt.

Habt ihr heute schon eure Schrittzahl gecheckt? Dank Handys oder Smartwatches bekommen wir täglich Einblick in Daten, die wir vorher nicht hatten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Psycholgin Vivien Suchert erklärt, wann Self-Tracking sinnvoll ist

Displompsychologin Vivien Suchert
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"Wenn wir von dem medizinischen Nutzen absehen, steckt eine gewisse Neugier dahinter", erklärt Displompsychologin Vivien Suchert den Antrieb vieler Menschen, Daten über sich selbst zu sammeln. Sie hat ein Buch darüber geschrieben, was die permanente Vermessung unseres Körpers und unseres Lebens mit uns macht.

Bedürfnis nach Selbsterkenntnis

Neben der Neugier, mit den so genannten Wearables Daten zu sammeln, die man vorher nicht erheben konnte, gebe es auch tieferliegende Gründe für das Tracking – nämlich das Bedürfnis nach Selbsterkenntnis: "Sich selbst besser zu verstehen und Muster zu erkennen, ist sicherlich ein Reiz der Selbstvermessung", so die Buchautorin.

Außerdem stillen die tragbaren Geräte unser Bedürfnis nach Kontrolle: "Ich kann mein Verhalten kontrollieren, kontrolliert steuern und bekomme auch eine Bewertung dazu", so die Psychologin. Das wiederum ermöglicht Vergleiche: "Menschen sind soziale Wesen, die sich gerne vergleichen."

Zitat
„Self-Tracking ist ein zweischneidiges Schwert.“ Zitat von Vivien Suchert
Zitat Ende

Nur weil man vieles nachverfolgen und messen kann, bedeutet es nicht, dass es immer sinnvoll ist. "Es ist ein zweischneidiges Schwert", sagt Suchert. Wenn das Tracken zum Selbstzweck werde und mehr Zwang als Nutzen habe, könne es problematisch werden. Außerdem solle man die erhobenen Zahlen nicht als alleinige Wahrheit sehen, man müsse immer den Kontext betrachten.

Smartes Kondom

Besonders im medizinischen Bereich hält die Psychologin viele der Anwendungen für sinnvoll, wie etwa einen Tracker für Diabetiker, der unter der Haut sitzt und permanent den Blutzuckerspiegel misst.

Gleichzeitig gibt es auch viele fragwürdige Geräte, die Daten über uns sammeln: zum Beispiel smarte Gabeln, die die Essgeschwindigkeit messen oder ein smartes Kondom, mit dem man beim Sex Dauer, Stoßhäufigkeit und Geschwindigkeit messen kann.

Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 15.01.2020, 06:00 Uhr

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