Sandra Wurster

Im Sommer kommen auch mal ungeliebtere Körperstellen zum Vorschein: Schwabbelige Arme, haarige Beine oder krumme Zehen. Wir sagen: So what?! Und haben mit einer Frau gesprochen, die das genauso sieht. Sandra, die das Label "Bauchfrauen" gegründet hat, ist überzeugt: "Das Leben ist zu kurz, um den Bauch einzuziehen".

Schon früh hat Sandra Wurster beobachtet, wie viele Menschen sich schwer damit tun, sich und ihren Körper anzunehmen. Sie ist ausgebildete Tanzpädagogin. "Die Choreografie beizubringen, war nie die Herausforderung, die wahre psychologische und motivierende Arbeit steckte dahinter, den Kids und Jugendlichen beizubringen, wie man sich feiert, sich annimmt und zu sich steht", erzählt sie dieser Freddie aus dem schönen Nachmittag im YOU FM Interview.

Viele Tänzer hatten Blockaden, weil sie nicht so aussehen, wie die Leute in Magazinen oder im Fernsehen. "Da ist mir aufgefallen, krass, wir haben gar keine Ideale, die realistisch sind für junge Leute", sagt Sandra. Deshalb habe sie den Entschluss gefasst, etwas zu kreieren, was über den Tanzsaal hinausgeht.

Um mehr Selbstliebe und Vielfalt zu verbreiten, gründete sie das Label Bauchfrauen. Dort verkaufen sie Slogan T-Shirts und geben "Love your Belly"-Workshops. Außerdem hat Sandra mittlerweile ein Buch über Selbstliebe geschrieben.

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zum Video Sandra erklärt, warum man annehmen sollte, unperfekt perfekt zu sein

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Keine Selbstliebe, sondern Selbstbetrug

Auch Sandra hat die Erfahrung gemacht, an sich selbst zu zweifeln. Während ihrer Jugend war ihr gößtes Ziel, dünn zu sein. Als sie eine Weile Kleidergröße 38 hatte, dies aber nur erreichen konnte, indem sie Ananas aß, rauchte und Wassertabletten schluckte, machte es Klick.

Obwohl ihr Umfeld ihr spiegelte, sie sehe fantastisch aus, wurde ihr klar, dass das keine Selbstliebe, sondern Selbstbetrug ist. "Wie viel hältst du von dir selbst, dass du die Anerkennung von anderen brauchst und sie dir selbst nicht geben kannst?" fragte sie sich.

Kleine Mutmacher im Alltag

Sandra weiß: "Es ist schwer, den inneren Kritiker ruhig zu stellen und die innere Freundin zu aktivieren." Aber man könne mehr Selbstakzeptanz trainieren, man müsse nur etwas geduldig mit sich sein. "Mir helfen kleine Mutmacher im Alltag", sagt sie. In ihrer Wohnung kleben deshalb Sprüche, wie "Deine größte Problemzone sind deine Gedanken".

Sloagns wie diese würden dabei helfen, den Fokus neu zu setzen. Sandra rät außerdem, nicht vor dem Spiegel zu stehen und gleich auf die Stelle zu schauen, die einem nicht gefällt, sondern den Blick auf eine Stelle zu lenken, die man mag.

Optimierungszwang macht blind

"Wir leben alle in einer Gesellschaft, die stets nach dem Besseren optimiert ist und immer weiter möchte", sagt Sandra. Dabei würden wir aber vergessen, dass das, was wir haben, schon gut ist.

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 18.07.19, 15:00 Uhr

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