Lufthansa-Flugzeug A330

Vom Traumurlaub zum Wahnsinnstrip. Rebecca aus Frankfurt sitzt in Panama fest. Eigentlich war sie auf Tour durch Mittelamerika, hat Yogakurse gegeben und eine Eco-Lodge geleitet. Dann kamen die Corona-Pandemie und der Lockdown. Die Rückholaktion aus Deutschland ist abgeschlossen. Unklar ist, wie es für Gestrandete wie Rebecca weitergeht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Jetzt gerade will ich einfach nur weg", sagt Rebecca zu Nick im Interview.

Rebecca sitzt wegen Corona in Panama fest
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Eigentlich wollte Rebecca in Panama Stadt nur ihren Laptop reparieren lassen, dann kam es zum Lockdown. Sie hat Glück und kommt als Housesitterin bei einer Amerikanerin unter, die nicht aus den USA zurückkehren kann. Seitdem sitzt sie fest. Montags, mittwochs und freitags darf sie für eine Stunde raus zum Einkaufen. Immer von 9 bis 10 Uhr. Die Uhrzeit richtet sich nach der Nummer in ihrem Reisepass.

Seit sieben Wochen lebt sie unter kompletter Ausgangssperre. Ihr einziger Kontakt sind die Polizei und Militärs, mit denen sie aneinandergerät, weil sie es immer wieder wagt, mit ihrem Hund nach draußen zu gehen, weil der sein Geschäft nicht im Haus verrichten möchte. "Es werden jede Woche zwischen 500 und 700 Menschen festgenommen, die angeblich ihre Quarantäne brechen. Es gibt Strafen von 1.000 Dollar und mehr. Ein Nachbar hier im Haus wurde letzte Woche von der Polizei mitgenommen, weil er seinen Hund rausgelassen hat. Das könnte auch mir passieren", berichtet die Frankfurterin.

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Fast überall in Süd- und Zentralamerika gelten strikte Ausgangssperren. Es fahren keine Busse und es gibt keine Flüge. Deshalb hat es auch Wochen gedauert, die vielen Touristen aus den entlegenen Gebieten Südamerikas nach Deutschland zu holen. Viele hatten abenteuerliche Reisen hinter sich, als sie in den Hauptstädten ankamen. 30 Flüge gingen aus Südamerika nach Deutschland. Die meisten, die mitflogen, waren Pauschalurlauber, die nicht geplant hatten, länger zu bleiben. Rund 720 Deutsche kamen aus Panama nach Hause. Auch Rebecca hatte sich auf der Krisenvorsorgeliste "Elefand" eingetragen. Sie hatte kein Glück.

Sie fühlen sich allein gelassen

Facebook-Gruppe Leaving Panama to Europe

Damit ist die Frankfurterin nicht die einzige. Wie vielen Menschen aus Deutschland es wie ihr gehe, sei unklar, erklärt das Auswärtige Amt schriftlich auf Anfrage von YOU FM. Und, dass man wisse, dass noch viele Menschen in Südamerika festsitzen – auch in Ländern, in denen keine kommerziellen Flüge geplant seien.

Die Botschaft sei vor Ort telefonisch und per Mail erreichbar und suche mit anderen europäischen Botschaften nach "pragmatischen Lösungen". So ist am 11. Mai beispielsweise ein französischer Sonderflug nach Paris geflogen, aber auch da kamen Rebecca und viele andere nicht mit, wie man in der Facebook-Gruppe "Leaving Panama to Europe" mit 260 Mitgliedern lesen kann. Einige dort glauben, dass man sich nicht mehr wirklich für sie interessiert.

Gestrandet in Pakistan

Aus allen Ecken dieser Welt hat die Bundesregierung über Wochen rund 240.000 Reisende nach Hause geholt. Mit einer letzten Maschine aus Kapstadt wurde die Aktion "Corona-Luftbrücke" am 24. April offiziell beendet. Doch noch immer sitzen hunderte Menschen aus Deutschland an vielen Orten fest. Auch in Pakistan.

"Herr Maas, garantieren Sie die Rückreise unserer Angehörigen aus Pakistan! #HoltSieHeim." So titelt eine Petition, die sich aktuell um rund 130 Menschen kümmert, die nach wie vor in Pakistan unter strikter Ausgangssperre festsitzen. Es sind deutsche Staatsbürger pakistanischer Herkunft und Menschen mit deutschen Aufenthaltstiteln und Lebensmittelpunkt in Deutschland. Die meisten waren auf Familienbesuch in Pakistan, bevor es zum Lockdown kam und ihre Flüge storniert wurden.

Auch von hier gab es bereits zwei Rückholflüge, die Reisende nach Hause brachten, doch noch immer sitzen Gestrandete in Pakistan fest. "Wir wissen, dass es in Pakistan noch weiteren Bedarf an Ausreisemöglichkeiten gibt und darunter auch Menschen sind, die sich bereits vor den ersten Rückholflügen als ausreisewillig registriert hatten", erklärt das Auswärtige Amt. Und dass es auch hier Bemühungen gebe, Lösungen zu finden.

Jetzt heißt es: durchhalten und hoffen

Für die Gestrandeten heißt es jetzt durchhalten und darauf hoffen, dass ein weiterer Sonderflug nach Europa fliegt und sie dafür ein Ticket ergattern. Rebecca will einfach nur weg – die Unsicherheit macht ihr zu schaffen.

Dazu kommt, dass in allen Ländern unterschiedliche Regelungen gelten und sich plötzlich alles ändern kann. So fliegen zwar aus Mexiko noch kommerzielle Flüge, aber da müsste sie erst einmal hinkommen – schwierig bei einer Ausgangssperre. Für Panama gelten die Flughafenschließungen offiziell noch bis 23. Mai. Keiner weiß, ob das so bleibt.

Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 12.05.2020, 05:40 Uhr

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