Anne Hathaway als Hexe in einer Szene des Films "Hexen hexen"

Der Fantasy-Film mit Anne Hathaway hat auf Social Media einen kleinen Shitstorm ausgelöst. Unter #NotAWitch kritisieren Menschen mit anders gebildeten Armen oder Händen die Darstellung der Oberhexe.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Benne und Timo erfahren, worum es bei #NotAWitch geht

Benne und Timo
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Ich bin keine Hexe! Das könnt ihr gerade in vielen Postings auf Social Media lesen. Anlass ist die Neuverfilmung des Romans "Hexen hexen" von Roald Dahl.

Anne Hathaway spielt darin die böse Oberhexe. Ihr Kostüm ist so gestaltet, dass sie nur drei Finger hat. Menschen, denen wegen einer Fehlbildung wie Ektrodaktylie Finger oder Zehen fehlen, fühlen sich dadurch beleidigt. Als Antwort darauf haben sie sich den Satz #NotAWitch auf die Hand oder den Arm geschrieben.

Warner Bros.' Interpretation von Gruselfaktor finden sie alles andere als gelungen. Auch das International Paralympic Committee (IPC) macht über eine Sportlerin auf die problematische Darstellung aufmerksam.

Limb difference is not scary. Differences should be celebrated and disability has to be normalised. #NotAWitch calls out ‘ #TheWitches ’ movie for portrayal of disability 👉 https://t.co/aSY1U6TymE

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Es ist doch nur ein Film?!

Das stimmt, aber nicht der erste, der Merkmale wie Narben oder Fehlbildungen negativ stigmatisiert. Menschen, die das betrifft, haben daraus deshalb eine Grundsatzdebatte über ihre Darstellung in Filmen gemacht. Sie sind es leid, als Monster, gruselig oder Bösewichte dargestellt zu werden. Neben #NotAWitch liest man deshalb auch häufig "Wir sind keine Monster" und von negativen Erfahrungen aus der Kindheit.

Wer sich noch an den Originalfilm von 1990 erinnert oder das Buch kennt, merkt außerdem, dass da nie von drei Fingern die Rede war.

To those hurting over #TheWitchesMovie . Remember who we really are. 🧡 I will represent, I will speak up, I will be here. Please share our Call To Arms! Together we are powerful, together we shine. https://t.co/WbXfRPpP2W @ReachCharity @LBofoundation

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Was sagen die Verantwortlichen dazu?

Warner Bros. hat sich offiziell entschuldigt. Man habe die "katzenähnlichen Krallen", die im Buch von Roald Dahl beschrieben werden, neu interpretieren wollen. Die Filmgesellschaft ist inzwischen mit dem 'Lucky Fin Project' im Gespräch. Das ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für Awareness beim Thema Limbdifference, also Unterschiede bei Gliedmaßen, einsetzt und Betroffene unterstützt.

Der Name kommt von "Findet Nemo" und bezieht sich auf die Glücksflosse. Ein Motto der Organisation ist nämlich: Zehn Finger sind völlig überbewertet. Anne Hathaway hat ein Video des Lucky Fin Projects geteilt und für ihre Entschuldigung genutzt. Es tue ihr sehr leid, sie wollte mit ihrer Rolle niemanden verletzen. Sie verspricht, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Weitere Informationen

Wie viele betrifft das?

In Hessen leben laut Statistischem Landesamt über 8.000 Menschen, die Teile von Armen oder Beinen verloren haben. Dazu kommen Menschen, bei denen die Gliedmaßen seit der Geburt anders ausgebildet sind. Dafür gibt es aber keine Bundes- oder Landesstatistik. 

Ende der weiteren Informationen

Sendung: YOU FM, Die Good Morning Show, 18.11.2020, 07:40 Uhr

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