Netflix Skylines

Jan Lehmann wollte per einstweiliger Verfügung die Netflix-Serie "Skylines" stoppen, weil er seine Persönlichkeits- und Namensrechte verletzt sieht. Diese wurde vom Landgericht Frankfurt abgelehnt. Im YOU FM Interview erklärt der Rapper und Musikproduzent, warum er weiterkämpfen will.

Ende September ist beim Streaming-Anbieter Netflix die Serie Skylines gestartet. Darin geht es um den Hip-Hop-Produzenten Jinn, dem ein Vertrag bei dem Frankfurter Label "Skyline Records" angeboten wird.

Genau so heißt auch das Label von Jan Lehmann, einem Rapper und Musikproduzenten aus Frankfurt mit dem Künstlernamen "Cousin JMF". Er sieht durch die Serie seine Persönlichkeits- und Markenrechte verletzt und wollte deshalb eine einstweilige Verfügung gegen Netflix erwirken. Diese wurde vom Landgericht Frankfurt aber abgelehnt.

Jan wirft Netflix vor, von seinem Label gewusst zu haben

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das Interview mit Labelinhalber Jan Lehmann in voller Länge

Jan Lehmann
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"Ich werfe ihnen vor, gewusst zu haben, dass es Skyline Records gibt", sagt Jan im YOU FM Interview. Er gehe davon aus, dass Netflix bei den Recherchen zur Produktion der Serie auf sein Label gestoßen sein müsse. "Skyline Records, den Labelnamen gibt es schon seit 2003 und den ersten Release seit 2005", so Jan.

Nicht nur der Name des Labels stört ihn: Auch in der Story und bei den Namen einzelner Charaktere gebe es Parallelen. Dass "Skyline Records" in der Serie in Kriminalität und Drogenhandel verstrickt sei, schade dem Ruf seiner Firma. Deshalb will er die Serie stoppen.

Alles nur Promo?

Den Vorwurf, dass er nur vom Erfolg der Serie profitieren wolle, bestreitet Jan: "Es geht darum, dass man nicht möchte, dass so über einen drübergelaufen wird", erklärt er. Als Promo für sein Label sei das Verfahren zu teuer: "Ich habe Anwalts- und Gerichtskosten, mich erwarten Gegenklagen, wie mir von Netflix schon angedroht worden ist."

Obwohl sein Unterlassungsantrag vom Landgericht abgelehnt wurde, will Jan weiterkämpfen und in die nächste Instanz gehen: "Wir glauben weiterhin an unser Recht", sagt er.

Es ist unklar, wie das Verfahren ausgeht

Markenrecht-Anwalt Arndt Kempgens glaubt, dass die Chancen für Jans Fall nicht schlecht stehen: "Es geht ja immer um eine Abwägung, wessen Rechte überwiegen: Gewerberecht oder Persönlichkeitsrechte und auf der anderen Seite Kunstfreiheit." Im ersten Durchlauf habe das Landgericht Frankfurt im Sinne der Kunstfreiheit geurteilt, "aber das ist keine endgültige Entscheidung", sagt Kempgens.

Das Gericht war der Auffassung, die angeführten Persönlichkeitsmerkmale, durch welche sich Labelchef Jan in Charakteren der Serie wiedererkennen will, seien eher allgemeine Merkmale und der Name "Skyline Records" ein naheliegender Titel für ein Frankfurter Label. Der Anwalt teilt diese Meinung nicht: "Man könnte sagen, das sind ein bisschen zu viele Zufälligkeiten", so seine Einschätzung.

Auch wenn die Richter schon haben erkennen lassen, wie sie zu dem Fall stehen, hält Markenrecht-Anwalt Kempgens den Ausgang des Verfahrens für offen.

Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 17.10.2019, 06:00 Uhr

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