Jennifer Borderline

Selbstverletzung, Hass auf den eigenen Körper, Depressionen. Früh bekam Jenny die Diagnose Borderline. Inzwischen hat Jenny einen Weg gefunden, mit ihrer Persönlichkeitsstörung umzugehen und das Beste daraus zu machen. Auf Instagram möchte sie anderen Mut machen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Diagnose Borderline: Jenny erzählt über ihre Krankheit

Jennifer Borderline
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Jenny erklärt ihre Erkrankung als emotionale Fehlregulation ihres Gehirns. Und meint damit, dass sie Gefühle und Emotionen wesentlich stärker empfindet als Nicht-Erkrankte. "Ich habe hohe Hochs und sehr tiefe Tiefs. Banalitäten können für mich einen Weltuntergang bedeuten", erzählt sie im YOU FM Interview.

Rückzug, weil sie sich anders fühlte

In ihrer Jugend fing es an. "Am Anfang war es ganz arg schlimm, weil ich gar nicht wusste, was mit mir los ist. Ich hatte den Begriff Borderline auch noch nie gehört." Weil sie sich anders fühlte als andere, fing sie an, sich immer mehr zurückzuziehen.

In der Schule musste sie oft weinen, bis ihre Lehrer schließlich darauf aufmerksam wurden und Jennifer an eine Beratungsstelle vermittelten.

Klinik-Aufenthalt bringt die Diagnose

Auf eine ambulante Therapie folgte ein stationärer Klinik-Aufenthalt: Dort wurde sie erstmals mit Borderline diagnostiziert: "Ich habe erst mal den Wikipedia-Artikel gelesen, weil ich nicht wusste, was es ist und dann habe ich geweint, weil ich es so schlimm fand."

Heute kann sie besser mit der Diagnose leben: "Der Begriff Persönlichkeitsstörung ist schwierig, weil man erstmal denkt, meine Person sei krank oder falsch. Eigentlich geht es um Verhaltensweisen und darum, wie ich mit Situationen oder Emotionen umgehe."

Nachdem Jenny ihre Geschichte vor zwei Jahren bei dem funk-Format "die Frage" erzählt hat, bekam sie viele Nachrichten und wurde darin bestätigt, offen über ihre Erkankung zu sprechen.

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Um Borderline zu entstigmatisieren und andere dabei zu unterstützen, sich selbst kennenzulernen, nutzt sie ihren Instagram-Kanal.

Trotz positiver Rückmeldung, kam es dort auch schon vor, dass Inhalte gesperrt wurden. Ein Foto, auf dem ihre Narben von früheren Selbstverletzungen zu sehen waren, wurde von der Plattform gelöscht. "In dem Foto ging es eigentlich um ein Tattoo, das ich da drüber gemacht habe", erklärt Jennifer. Ihre Narben darunter waren allerdings immer noch sichtbar.

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So kann Borderline entstehen:

In der Kindheit passiert einiges und nicht jeder kann mit den vielen Ereignissen immer richtig umgehen. Bei Menschen, die unter Borderline leiden, kann es sein, dass die Seele mit verschiedenen Arbeitsmechanismen versucht, sich vor negativen Ereignissen zu retten. Der Fachbegriff hierfür lautet Spaltung: Schreckliche Erlebnisse werden nicht so präsent gehalten und schlecht oder gar nicht verarbeitet wie positive Erinnerungen. Die Seele wendet dieses Verhaltensmuster dann immer öfter an, auch in Situationen, wo es gar nicht notwendig ist. Irgendwann kann die Spaltung nicht mehr aufrecht gehalten werden und die Person rutscht in den "negativen Teil" der Spaltung. Das kann zu großer Verzweiflung, Selbstabwertung, Esstörungen und sogar Suizidgedanken führen.

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Abschluss eines schwierigen Kapitels

Für Jenny war das Tattoo ein Weg, mit dem Kapitel ihres Lebens abzuschließen, in dem sie eine regelrechte Sucht nach Selbstverletzungen entwickelt hatte. "Ich wusste keinen gesunden Umgang mit meinen starken Emotionen", sagt sie rückblickend.

Von anderen Menschen wünscht sich Jenny vor allem Verständnis und Offenheit. "Jeder sollte immer ehrlich antworten können, auf die Frage, wie es ihm geht", sagt sie. Anderen Betroffenen rät Jenny, sich anderen Personen zu öffnen, Beratungsstellen zu suchen und zu "schauen, dass man das nicht alleine durchsteht".

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Ihr braucht Hilfe?

Solltet ihr selbst den Verdacht haben, an einer psychischen Erkrankungen oder schweren Depressionen zu leiden, sucht euch bitte Hilfe. Hier könnt euch ganz anonym melden:

Telefonseelsorge
anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 - 1110111 oder 0800 - 1110222
www.telefonseelsorge.de

Das Kinder- und Jugendtelefon: die Nummer gegen Kummer
kostenlose Beratung von Montag bis Freitag von 15:00 bis 19:00 Uhr unter der bundesweiten Telefonnummer: 0800 - 111 0 333
www.nummergegenkummer.de/

Das SeeleFon
Angebot zur bundesweiten Selbsthilfeberatung zu psychischen Erkrankungen unter der Rufnummer 01805 950 951 und der Festnetznummer 0228 71 00 24 24 sowie der E-Mailadresse seelefon@psychiatrie.de
www.bapk.de/testbereich/muelleimer/zu-pruefen/seelefon.html

Therapieplatz:
Psychotherapie-Informations-Dienst (PID): 030 209166330
pid@dpa-bdp.de
Persönliche Beratung: Mo., Di., 10-13 Uhr u. 16-19 Uhr, Mi. und Do. 13-16 Uhr 
www.psychotherapiesuche.de

Therapeuten-Suche: 
www.therapie.de
www.dgpt.de

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Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 26.07.2019, 14:00 Uhr

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