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Was Alexa hört, könnte in Zukunft als Beweismittel vor Gericht landen. Bild © Andres Urena on Unsplash

Die Innenminister der Länder wollen offenbar die Daten von Smart Home Geräten auswerten – und als Beweise vor Gericht verwenden. Das, was ihr Siri und Alexa erzählt, könnte in Zukunft bei der Polizei landen. Aber was hören die Sprachassistenten überhaupt mit?

"Alexa – setze 'waffenfähiges Plutonium kaufen' auf meine To-Do-Liste." Mit solchen Gags solltet in Zukunft etwas vorsichtiger sein. Zumindest wenn ein neuer Plan der Innenminister umgesetzt wird.

Auf der Innenministerkonferenz Mitte Juni sollte nämlich beschlossen werden, dass sogenannte digitale Spuren aus dem Bereich Smart Home – beispielsweise Aufzeichnungen von Sprachassistenten – als Beweismittel vor Gericht verwendt werden dürfen. Nach heftigen Protesten von Datenschützern ruderten die Innenminister allerdings zurück.

Was hätte der Beschluss für uns bedeutet?

Nach der Auffassung der Innenminister sammeln mit dem Internet verbundene Sprachassistenten wie Alexa und Siri permanent wertvolle Daten, die für Sicherheitsbehörden von Bedeutung sein könnten. Und diese Daten sollen in Zukunft – mit richterlicher Anordnung – gesichtet und als Beweismittel eingesetzt werden dürfen.

Datenschützer in Bund und Ländern schlugen allerdings Alarm. Das sei ein zu großer Eingriff in die Privatsphäre. Die Innenminister sind wegen dieser Protesten von ihrem Plan abgerückt.

Was hören Alexa und Co überhaupt mit?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found YOU FM Redakteur Rik erklärt, was Sprachassistenten alles aufzeichnen

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Alexa muss natürlich immer zuhören, um zu wissen, wann ihr mit ihr redet. Sie ist also immer auf Empfang. Dazu hat sie bis zu sieben Mikrofone eingebaut – um euch auch zu hören, wenn ihr weiter entfernt seid. Aber: Sie zeichnet nur auf, nachdem das Aktivierungswort gesagt wurde. Und nur das, was ihr dann sagt, wird gespeichert. Genauso ist es bei Siri.

Das heißt aber nicht, dass das auch so bleibt. Amazon hat nämlich schon ein Patent dafür angemeldet, dass man das Aktivierungswort auch am Ende des Befehls sagen kann. Also: "Waffenfähiges Plutonium kaufen, Alexa." In diesem Fall würde Alexa die Gespräche die ganze Zeit mitschneiden.

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Ihr könnt Alexa auch stumm schalten

Mit der "Mikrofontaste" deaktiviert ihr das Mikrofon. Alexa hört dann nicht mit und kann auch keine Audiodaten in die Cloud schicken.

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Wer kann diese Aufzeichnungen anhören?

Im April war Amazon in den Schlagzeilen, nachdem herauskam, dass Mitarbeiter einzelne Aufzeichnungen anhören und abtippen, um dadurch die Spracherkennung zu verbessern. 

In einer Stellungnahme schrieb Amazon, dass Beschäftigte keinen direkten Zugang zu Informationen hätten, durch die eine Person oder ein Account bei diesem Verfahren identifiziert werden könnten. Alle Informationen würden streng vertraulich behandelt. Laut Bloomberg sehen die Amazon-Mitarbeiter aber eine Account-Nummer, den Vornamen des Nutzers und die Seriennummer des Geräts. 

Kann ich das verhindern?

Jein. Die aufgezeichneten Sprachpakete sind in der Alexa-App gespeichert. Dort könnt ihr sie anhören, bewerten und auch löschen. So seht ihr, wann die Spracherkennung falsch aktiviert wurde – zum Beispiel, weil Namen wie "Alexander" fallen. Diese Aufnahmen könnt ihr aus eurem persönlichen Verlauf löschen und so den Algorithmus trainieren.

Die Aufzeichnungen landen allerdings auch in der Amazon Cloud – das können laut Amazon auch Server im Ausland sein. Dass Daten in die Cloud gesendet werden, zeigt der blau leuchtende Ring am Gerät. Und dass die Daten, die ihr in der App löscht, auch aus der Cloud verschwinden, ist nicht gesagt.

Sendung: YOU FM, Worktime, 05.06.2019, 13:00 Uhr

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