Hannes Ley

Kommentare auf Facebook, Insta oder YouTube lesen, ist manchmal erhellend, oft aber einfach nur verstörend. Einer, der etwas gegen Hasskommentare unternimmt, ist Hannes Ley. Er und seine Mitstreiter sorgen unter dem Hashtag #ichbinhier dafür, dass die Diskussionen im Netz nicht nur aus Hetze und Anfeindungen bestehen.

Als ein Kumpel von ihm 2016 in einen Shitstorm geriet, seinen Job verlor und sogar Morddrohungen erhielt, beschloss Hannes Ley, der Hassspirale im Netz nicht länger tatenlos zuzusehen. "Wir dürfen das Internet nicht den Leuten überlassen, die es kaputt machen wollen und Hass verbreiten wollen, denn dafür ist das Medium einfach zu schön und zu wichtig für uns", sagt Hannes im YOU FM Interview.

Hannes Ley stellt sich gegen Hetze im Internet. Er hat den Hashtag #ichbinhier gegründet; die dazugehörige Gruppe bei Facebook hat 44.700 Mitglieder. Das Team beobachtet Artikel von großen Medienunternehmen. Wenn die Auseinandersetzung in der Kommentarspalte eines Beitrags eine negative Richtung einschlägt, wird die Gruppe aktiv. "Das ist Zivilcourage im Netz und davon gibt's grade noch viel zu wenig", so Hannes.

So funktioniert die Arbeit von #ichbinhier

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hannes Ley erklärt, wie #ichbinhier auf Hass im Netz reagiert

Hasskommentare
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Ein harter Kern von etwa 500 Leuten der von Hannes gegründeten Gruppe schreibt sachliche und konstruktive Kommentare unter die Beiträge. Über den Hashtag #ichbinhier verknüpfen sie ihre Inhalte und die übrigen Gruppenmitglieder liken diese Kommentare. "So werden die Hasskommentare weiter nach unten gedrückt", sagt der Kommunikationsberater. Damit sorgen die #ichbinhier-Aktivisten dafür, dass den Lesern der Kommentare noch eine andere Perspektive auf die Themen gezeigt wird.

Dabei kommt es auf Schnelligkeit an: Denn die Kommentarspalten füllen sich meist innerhalb von Minuten – häufig mit negativen Kommentaren. "Wenn du zu spät kommst und die Kommentarspalte ist schon gekippt […], dann bringt unsere ganze Aktion nichts mehr", sagt Hannes.

Den Schreihälsen im Netz etwas entgegensetzen

Die #ichbinhier-Mitglieder folgen in ihren Kommentaren dem Prinzip: Immer auf die Sache und nicht auf Personen beziehen. Manchmal sei es auch schwer, sachlich zu argumentieren, gibt Hannes zu. Etwa wenn Kommentatoren es befürworten, dass Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken. "Da kannst du eigentlich nur noch sagen, das ist völlig unter der Gürltellinie, was du da gesagt hast, das ist eine Grenzüberschreitung."

Weitere Informationen

Das rät Hannes, wenn ihr selbst in einen Shitstorm geratet

"Alleine hast du keine Chance", sagt er. Da könne man nur abwarten, bis die Karawane weiterzieht. Wenn man 20 oder 30 Leute mobiliseren kann, die einen unterstützen, kann man es mit dem Shitstorm aufnehmen. "Es geht immer um Menge, viele Leute versuchen dich fertigzumachen, dann musst du mit vielen Leuten dagegen halten", so der Kommunikationsberater.

Ende der weiteren Informationen

Bei solchen Kommentaren zweifele man an der Menschheit, aber man müsse sich immer wieder vor Augen führen, dass es auch sehr viele Menschen mit einem sehr humanistischen Weltbild gebe, so Hannes. "Die Schreihälse im Netz sind einfach wahnsinnig auffällig, weil sie sehr aktiv sind". Deshalb sei es so wichig, dagegenzuhalten. Denn oft entstünden Shitstorms gar nicht zufällig, sondern seien sogar über Foren organisiert.

Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 19.06.2019, 06:00

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