Vanessa Steinbrecher ist Hospizbegleiterin
Vanessa Steinbrecher engagiert sich ehrenamtlich als Hospizbegleiterin. Bild © privat

Sterben gehört zum Leben und doch scheuen sich die meisten davor, sich mit dem Tod zu befassen. Es gibt aber Leute, die sich freiwillig um unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen kümmern. Eine solche Ehrenamtliche ist Vanessa aus Kassel. Sie sagt: "Man erfährt unheimlich viel Dankbarkeit."

Vanessa ist 26 Jahre alt und studiert im fünften Semester Sozialarbeit in Kassel. Davor hatte sie schon eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. Nebenbei engagiert sie sich in der ambulanten Hospizbegleitung, das heißt, sie besucht Sterbende und deren Familie in ihrem Zuhause.

Durch ihre Ausbildung wurde sie schon früh mit dem Tod konfrontiert. So war die Hürde für sie nicht mehr so hoch, sich auch in ihrer Freizeit als Hospizbegleiterin zu engagieren. "Die Menschen freuen sich, wenn jemand kommt. Gerade wenn sie alleine sind im Heim oder Zuhause", erzählt sie Susanka und Nick aus der besten Morningshow der Welt im YOU FM Interview.

In den Gesprächen geht es gar nicht immer um den Tod

Ihr Antrieb: "Es macht Spaß, wenn man merkt, dass man helfen kann", sagt Vanessa. Es gibt ihr zum Beispiel ein gutes Gefühl, wenn sie jemandem die Zeitung vorlesen kann, weil derjenige sie selbst schon seit Monaten nicht mehr lesen konnte.

Die Hand eines alten Menschen liegt in einer anderen Hand.
Quatschen, vorlesen, Musik hören oder einfach nur da sein - das gehört zu den Aufgaben eines Hospizbegleiters. Bild © picture-alliance/dpa

Normalerweise macht Vanessa ein bis zwei Besuche in der Woche, die zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden dauern. Ihre Tätigkeiten sind ganz unterschiedlich: "Man kann alles Mögliche machen, je nachdem, wie das gewünscht ist. Man kann quatschen, Musik hören oder spazieren gehen, das ist ganz individuell", sagt Vanessa. In den Gesprächen gehe es auch gar nicht immer um den Tod. Häufig würden die Sterbenden über etwas sprechen wollen, das sie ablenkt, erklärt sie.

Dass jemand da ist, ist nicht nur für die Kranken wichtig - auch die Familien können diese Hilfe gut gebrauchen, erzählt Vanessa. So können Angehörige beispielsweise Erledigungen machen, ohne Angst haben zu müssen, dass keiner da ist.

Dass der Job sehr traurig ist, hält Vanessa nicht davon ab, sich beim Hospizdienst zu engagieren. "Ich denke, dass man ein Stück weit lernt, mit dem Tod umzugehen." Wenn man von vornherein weiß, dass jemand sterben muss, sei es ein bisschen einfacher, sich gedanklich darauf einzustellen, als wenn jemand plötzlich aus dem Leben gerissen wird.

Ehrenamtliche werden bei der Verarbeitung unterstützt

Mit ihren Erlebnissen bei der Sterbebegleitung müssen die Ehrenamtlichen nicht alleine fertig werden. "Man wird super aufgefangen", sagt Vanessa. Für die Helfer gibt einen Vorbereitungskurs, Supervision und Reflektionstreffen. "Man hat immer einen Ansprechpartner und meistens ist es auch gar nicht immer nur traurig." Ohne die Freiwilligem wäre es aber nicht möglich, so vielen Sterbenden Hilfe und Beistand zu ermöglichen. Deshalb betont Vanessa: "Ich kann es jedem, der es sich vorstellen kann, als Hospizbegleiter zu arbeiten, nur empfehlen. Man kann sehr viel Erfüllung darin finden."

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So könnt ihr helfen

Um als Hospizbegleiter tätig zu sein, braucht ihr keine Ausbildung. Der Hospizdienst bietet aber Vorbereitungskurse an, in denen ihr beispielsweise Gesprächstechniken lernt. Beim ersten Besuch ist übrigens immer ein Hauptamtlicher vom Hospizverein dabei. Hier findet ihr einen Überblick über Hospizdienste in Hessen. Hier könnt ihr für ehrenamtliche Hospizbegleiter spenden.

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Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 11.12.2018, 05:00 Uhr

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