Jemand hat einen Controller in der Hand

Gaming ohne Konsole oder Computer. Auf dem Fernseher, dem Tablet oder dem Handy. Mit Cloud-Gaming ist genau das möglich. Google hat jetzt seine Cloud-Gaming-Plattform Stadia vorgestellt – eine Art Netflix fürs Zocken. Bedeutet das das Ende der Konsolenzeit?

"Die Zukunft des Gamings ist keine Konsole" – behauptet Google in seinem Promovideo zu Stadia. Stattdessen sollen Gamer zum Zocken bald nur noch einen Controller benötigen. Den hat Google gestern bei der Bekanntgabe seines neuen Angebots gleich mit vorgestellt. Auf dem Controller soll es sogar einen Button geben, mit dem das Spiel live auf YouTube übertragen werden kann. Praktisch aus Google-Sicht, denn die Videoplattform gehört dem Google-Konzern.

Zitat
„Die Zukunft des Gamings ist keine Konsole“ Zitat von Google in seinem Promovideo über Stadia
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Die Rechenleistung während des Zockens übernehmen externe Google-Server. Das Spiel wird – wie Videos aus einer Mediathek – einfach gestreamt. Ohne Qualitätsverlust im Vergleich zu einer Konsole.

In der offiziellen Stadia-Vorstellung hat das – wenig überraschend – super funktioniert. Ein Klick in den Chrome-Browser und in fünf Sekunden war das Spiel gestartet. Und: Ähnlich wie Netflix und Co. merkt sich Stadia eure Spielstände, das heißt: Beim nächsten Mal spielt ihr einfach da weiter, wo ihr aufgehört habt.

Google Controller

Alles, was ihr dafür braucht, ist ein Stadia-Konto und schnelles Internet: Mindestens 25Mbit/s müssen es sein. Abhängig von eurem Netz soll sogar Cloud-Gaming in 4K-Auflösung möglich sein.

Schönes Feature: Von YouTube direkt ins Game

Stellt euch vor, ihr guckt ein Let‘s-Play-Video oder einen Trailer für ein Spiel. In Zukunft sollen Nutzer von YouTube mit einem Klick ins Spiel springen können. Außerdem plant Google eine Funktion namens "Crowd Play": Die erlaubt es Spielern, Zuschauer einzuladen, die ihnen beim Zocken zuschauen.

Gibt es Cloud-Gaming nur bei Google?

Nein. Schon jetzt gibt es Anbieter wie Vortex oder Playstation Now, mit denen Could-Gaming möglich ist. Der große Nachteil: Die richtig guten Spiele (also die, die man meistens spielen will) sind oft nicht dabei oder müssen extra gekauft werden. Super bequem ist das noch nicht.

Ein mächtiger Konzern wie Google könnte das ändern. Mit Kampfpreisen und Servern auf der ganzen Welt könnte Google dafür sorgen, dass Cloud-Gaming das konventionelle Gaming ersetzt – so wie Streaming die DVD. Zumal Google nicht der einzige große Player bleiben wird.

Microsofts Alternative: xCloud

Zwei Zocker vor einem Fernseher

Microsoft, das Unternehmen hinter der Xbox, denkt ähnlich wie Google: "Es gibt weltweit zahlreiche Märkte, in denen eine Konsole nicht zum Lifestyle gehört", sagte Microsoft-Spielechef Phil Spencer der Süddeutschen Zeitung. Das Unternehmen will dafür sorgen, dass "jeder Mensch auf der Welt so spielen [kann], wie er das gerne möchte".

Die Umsetzung dieser Idee nennt sich "Project xCloud". Das Prinzip ist das Gleiche wie bei Stadia: Alles, was ihr braucht, ist der Controller, die Computerpower liefern Microsoft-Server. Microsoft hat das Konzept bereits letztes Jahr präsentiert. Schon da ließ sich – wenn man dem Promovideo glauben darf – das Rennspiel Forza ohne Ruckeln mit einem XBox-Controller auf dem Handy spielen. Im Juni will Microsoft seinen Streamingservice nach SZ-Informationen auf der Spielemesse E3 in Los Angeles offiziell vorstellen.

Ist das das Ende der Konsolenzeit?

Könnte sein. Bei Videos und Musik ist Streaming inzwischen Standard, warum nicht auch beim Gaming? Allerdings sind noch viele Fragen offen: Welche Spielehersteller machen auf den Plattformen mit? Wie wird bezahlt? Ein Abo wie bei Netflix? In-App-Käufe? Und: Wie schnell muss mein Internet sein, damit ich wirklich ohne Ruckeln und Qualitätsverlust spielen kann?

All diese Fragen müssen geklärt werden – und das im Falle von Stadia schon sehr bald. Google hat angekündigt, seinen Cloud-Gaming-Dienst noch in diesem Jahr in Europa und den USA auf den Markt zu bringen.

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 20.03.2019, 14:00 Uhr

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