Felix Brunner

Felix Brunner lag nach einem schweren Bergunfall acht Monate lang im Koma. Wegen seines starken Blutverlusts nach seinem Sturz, zahlreichen OPs und Komplikationen brauchte er 400 Liter Blut. Heute motiviert er andere, Blutspenden zu gehen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Felix im Interview mit diesem Fischer: "Ohne Blutspender wäre ich nicht mehr am Leben"

YOU FM Moderator Fischer
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Es passierte vor zehn Jahren auf dem Rückweg einer Eisklettertour in den Tiroler Bergen: Felix Brunner kam ins Straucheln, stolperte und stürzte 30 Meter tief in ein Bachbett. Dabei überschlug er sich mehrfach, landete in einer engen Felsschlucht – und war immer noch bei vollem Bewusstsein: "Ich kann mich an jede einzelne Szene noch sehr, sehr gut erinnern", sagt er im YOU FM Interview.

Zwar hatte der heute 30-Jährige erst einmal keine Schmerzen, aber er spürte, dass es in seinem Bauch- und Beckenraum warm wurde. Als ausgebildeter Bergretter war ihm sofort klar: "Ich habe starke innere Blutungen."

70 Operationen und ein Jahr Intensivstation

Felix Brunner

Mit einer aufwendigen Rettungsaktion wurde er mit einem Hubschrauber und einer Seilwinde geborgen und ins Krankenhaus gebracht. An seinen Transport kann er sich nicht mehr erinnern, denn der Notarzt versetzte ihn noch an der Absturzstelle ins künstliche Koma. In diesem Zustand musste Felix ganze acht Monate bleiben. Mehr als 70 mal wurde er operiert.

In dieser Zeit brauchte er mehr als 800 Blutkonserven. Das entspricht etwa 400 Litern Blut oder zwei vollen Badewannen. Denn: Schon kurz nach dem Absturz hatte Felix vier Liter Blut verloren und auch bei den OPs brauchten die Ärzte für den 30-Jährigen viel Blut.

Das Blut drohte auszugehen

Nachdem er allergisch auf ein Kontrastmittel reagiert hatte, benötigte Felix innerhalb kürzester Zeit 360 Blutkonserven – so viel, dass die Blutbank seines Klinikums leer war. "Der Blutspendedienst musste damals Spender einbestellen, damit das Blut vorhanden war."

Heute engagiert sich Felix als Blutspendebotschafter und motiviert andere zum Spenden. Denn er weiß: "Ich bin heute am Leben, weil es Menschen gibt, die freiwillig Blut spenden." Die Spenden kommen nicht nur Unfallopfern zugute, auch Krebspatienten, chronisch Kranke oder Menschen, die eine Blutbildungsstörung haben, seien auf die Spenden anderer angewiesen, so Felix.

Weitere Informationen

Wo und wann ihr spenden könnt und bei welcher Blutgruppe der Vorrat knapp wird, erfahrt ihr auf der Homepage des DRK.

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"Ich führe ein geiles aktives Leben"

"Es ist nicht selbstverständlich, dass immer genug Blut in den Blutbanken vorhanden ist." Vor allem im Sommer kommt es immer wieder zu Engpässen, weil die Menschen zur Urlaubszeit und bei heißen Wetter seltener zur Spende kommen.

Felix Brunner

Felix sitzt seit seinem Unfall im Rollstuhl. Doch das hält ihn nicht davon ab, in Bewegung zu bleiben: Er fährt Auto, hat ein Haus gebaut, geheiratet und treibt Sport. Bis letztes Jahr war er paralympischer Skifahrer. "Ich kann für mich behaupten, ich führe ein absolut geiles aktives Leben, ich vermisse tatsächlich gar nichts – Fußball fand ich immer scheiße", sagt er und lacht.

Der 30-Jährige hat ein Buch geschrieben, hält Vorträge und arbeitet als Motivationstrainer. "Ich bin in einem Leben angekommen, das wunderschön ist und das ich nicht eintauschen möchte."

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 22.08.2019, 14:00 Uhr

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