Live Sex Shows
Theaterwissenschaftlerin Lea ist für ihre Forschung nach Amsterdam auf Erotik-Messen gefahren. Bild © picture alliance/imageBROKER

Sex ist nicht nur faszinierend, wenn man ihn selbst hat, sondern auch wenn andere ihn haben: zum Beispiel die Nachbarn, die Darsteller in Pornos oder sogar Leute live auf einer Bühne. Eine, die sich das ganz genau angeschaut hat, ist Lea-Sophie Schiel. Sie hat eine Dokorarbeit zum Thema geschrieben und uns erzählt, wie Sex auf der Bühne so ist.

An Pornos kommt man heute so easy wie noch nie. Das Netz ist voll davon. Und klar, da gibt es viel zu entdecken. Pornhub, einer der größten Anbieter von Pornos im Netz, hat im letzten Jahr Zahlen veröffentlicht – zum Beispiel darüber, was am häufigsten gesucht wird. Die Top Suchbegriffe im Jahr 2018 waren: Lesbian, Hentai und Milf.

Nur ein knappes Viertel der Webseiten-Besucher sind Frauen – allerdings mit steigender Tendenz. Im Schnitt verbringen die Leute etwa zehn Minuten auf Pornhub und das am liebsten zu Mitternacht. Deutschland ist im Länderranking übrigens auf Platz 7.

Live-Sex als Forschungsobjekt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Theaterwissenschaftlerin Lea-Sophie Schiel über den skurrilsten Moment während einer Live-Sex-Show

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Lea-Sophie Schiel hat sich Sex nicht nur als Video im Netz angeschaut. Sie hat fünf Jahre lang zu Live-Sex-Shows geforscht, weil sie wissen wollte, ob sich Sex auf der Bühne von Pornovideos unterscheidet. Außerdem ging es der Theaterwissenschaftlerin darum, herauszufinden, wie Sexualität und Geschlechter dargestellt werden. Pornografie fand sie ein spannendes Forschungsthema. "Porn Studies ist wichtige Wissenschaft, man lernt viel über Gesellschaft", erklärt sie dieser Freddie aus dem schönen Nachmittag dieser Freddie im YOU FM Interview.

Dafür war Lea auf Erotik-Messen, hat sich zeitgenössische Performance-Kunst angeschaut und ist nach Amsterdam gefahren. Dort kann man sich Sex live im Theater anschauen. Die Aufführungen sind eine große Touristenattraktion in Amsterdam. So kam es dann auch, dass die Theaterwissenschaftlerin als einzige Frau ohne Begleitung mit ihrem Schreibblock vor allem zwischen vielen Männergruppen in den etwa eineinhalbstündigen Shows saß.

Eine Show besteht aus verschiedene Darstellungen, mal von Paaren, die Sex haben, mal von einzelnen Darstellern. Es ist eine eigene Kunstform; improvisiert sind diese Shows nicht: "Es gibt immer viel Musik und es sieht immer sehr choreografiert aus", erzählt Lea. Wenn Paare beim Sex gezeigt werden, dann meist beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr.

Weibliche Zuschauer haben häufiger gelacht

Live Sex Shows
In Amsterdams Rotlichtviertel gibt es Live-Sex-Theater. Bild © picture alliance/Koen Van Weel/ANP/dpa

Manchmal interagieren die Darsteller mit dem Publikum. Dann kommt es auch mal vor, dass jemand auf die Bühne geholt wird, der dann ganz schnell keine Klamotten mehr anhat, erzählt Lea.

Neben dem, was auf der Bühne passiert, ging es Lea vor allem darum, die Reaktion des Publikums zu beobachten. Direkt interviewt hat sie die Besucher nicht. "In der Sexualforschung wird immer wieder gesagt, man erfährt kaum Dinge, weil nirgendwo sonst so viel gelogen wird", erklärt sie. Eine ihrer Beobachtungen: Die weiblichen Zuschauer haben häufiger gelacht.

Das Verrückteste, was Lea auf der Bühne gesehen hat: "Eine Darstellerin hat mit ihrer Vagina eine Zigarre geraucht und perfekte Rauchringe geblasen", erzählt sie.

So viel Performance steckt in Sex

Lea war schon zu Beginn ihrer Forschung der Meinung: "Sex ist eine Performance". Gewisse Bilder und Szenen prägen die Gesellschaft und haben Einfluss darauf, wie wir Sex haben. Diese These sieht die Wissenschaftlerin bestätigt. "Sex ist eine Konstruktion und das, was wir gesellschaftlich darunter verstehen", lautet ihr Fazit.

Sendung: YOU FM Der schöne Nachmittag, 09.05.2019, 14:00 Uhr

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