Luisa hat sich mit dem Coronavirus infiziert

Bei einem Auslandspraktikum in Sevilla infiziert sich Luisa im März mit dem Coronavirus. Die Krankheit nimmt einen so schweren Verlauf, dass die 22-Jährige sogar im Koma liegt. Auch mehr als ein halbes Jahr später machen ihr die Folgen noch immer zu schaffen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Luisa spricht mit Timo und Benne über die Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung

Benne und Timo
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Luisa ist für ein Praktikum in Sevilla, als sie sich, ohne es zu wissen, mit dem Coronavirus infiziert. "Ich hatte sehr schnell sehr hohes Fieber und Halsschmerzen", erzählt Luisa aus Düsseldorf im YOU FM Interview. Später kommt Husten dazu. Der ist so stark, dass die 22-Jährige zwischendurch sogar Atemaussetzer hat.

Sie ruft bei einer Corona-Notfallnummer an. Die Sanitäter, die in ihre WG kommen, diagnostizieren eine Mandelentzündung und verschreiben ein Antibiotikum. "Die haben mich nicht auf Corona getestet, weil ich keinen bewussten Kontakt zu einer infizierten Person hatte", sagt Luisa.

Kein bewusster Kontakt zu infizierter Person

Dass sie wirklich das Coronavirus war, erfährt Luisa erst Wochen später, als sie aus dem Koma erwacht. Denn nach einer Woche im Bett ihres WG-Zimmers, geht es Luisa so schlecht, dass ihre Mitbewohner den Rettungsdienst rufen. "Die haben mir im Nachhinein gesagt, ich hätte keinen Tag mehr länger warten dürfen."

Im Krankenhaus angekommen, kommt Luisa direkt auf die Intensivstation. "Ab da habe ich schon kaum noch Erinnerungen", erzählt die 22-Jährige.

Über Wochen im Koma

Sie wird in ein Koma versetzt. Weder ihr Freund noch sonst irgendwer darf sie im Krankenhaus besuchen. Auch ihre Mutter kann nicht von Deutschland nach Sevilla reisen, um ihr beizustehen. Luisas Zustand ist kritisch. Über Wochen liegt sie im Koma, davon zwei Wochen an der Maschine, die ihre Lunge ersetzt.

Luisa hat eine Vorerkrankung: Asthma. Doch das hat sie vor ihrer Covid-19-Erkrankung nie davon abgehalten, Sport zu machen, Rad zu fahren oder ihrer Leidenschaft, dem Tanzen, nachzugehen.

Zwei Monate Krankenhaus, drei Monate Reha

Im Mai wird Luisa dann nach Deutschland, an die Uniklinik Düsseldorf, verlegt. Auf zwei Monate Krankenhaus folgen drei Monate Reha, denn das Virus und der Krankenhausaufenthalt haben die 22-Jährige geschwächt. Zum Laufen braucht sie einen Rollator und auch ihre Lunge hat sich noch nicht wieder regeneriert.

Warum die Erkrankung einen so schweren Verlauf bei Luisa nahm und sie immer noch nicht richtig laufen kann, ist nicht eindeutig geklärt. "Es kann sowohl vom Koma sein, es kann aber auch die Langzeitbeatmung sein, es kann aber auch am Virus gelegen haben", sagt sie.

"Ich möchte unbedingt wieder tanzen"

Auch wenn ihr die Folgen noch immer zu schaffen machen, ist Luisa dankbar für jeden Tag, an dem es ihr besser geht. "Es ist einfach so schön, mal nicht immer über die Krankheit nachdenken zu müssen." Die 22-Jährige ist fest entschlossen, alle Dinge wieder zu erlernen, die sie vor der Krankheit machen konnte: "Ich möchte unbedingt wieder tanzen."

Auch wenn Luisas schwerer Krankheitsverlauf eine Ausnahme ist und sie zuversichtlich ist, dass sich die Kontrolle des Infektionsgeschehens und die ärztliche Versorgung seit Beginn der Pandemie verbessert haben, hat die 22-Jährige eine Botschaft: "Ich finde trotzdem sollte jeder auf sich Acht geben und auch seine Familie schützen."

Sendung: YOU FM Good Morning Show, 02.11.2020, 07:00

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