Jan Kampmann

Viele, die sich mit dem Corona-Virus infizieren, können auf einem milden Verlauf hoffen – außer sie zählen zu einer Risikogruppe. Zu dieser gehören nicht nur ältere Menschen, sondern auch viele, die man vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat. So wie Jan.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Jan erklärt dieser Freddie, warum auch er zu einer Risikogruppe gehört

YOU FM Moderatorin Freddie
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Wenn dieser Tage von der Risikogruppe einer Corona-Infektion die Rede ist, denken viele an ihre Eltern oder Großeltern. Woran die meisten Menschen nicht denken sind Menschen mit Glasknochen, Muskelerkrankungen oder Querschnittslähmungen.

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Wer gilt als Risikogruppe?

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren, so die Einschätzung des Robert Koch-Instituts. Aber auch für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen kann COVID-19 besonders gefährlich werden – egal, wie alt sie sind. Dazu zählen Herz-Kreislauf- und Autoimmun-Erkrankungen, Erkrankungen des Atmungssystems oder auch von Leber und Niere. Auch Krebspatienten oder Menschen, die an einer Immunschwäche leiden, gelten als besonders gefährdet.

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Einer von ihnen ist Jan. Er sitzt im Rollstuhl, seit er als Jugendlicher einen Unfall hatte. Der Hesse hat nur eine begrenztere Lungenkapazität, weil er unterhalb der Brust gelähmt ist. Wäre er infiziert, könnte er schlechter abhusten – das Virus könnte ihn töten. "Deshalb muss ich mich von anderen fernhalten, das ist bei einer normalen Grippe auch schon so", erklärt Jan im YOU FM Interview.

Gemeinsam mit anderen jungen Menschen wie dem Aktivisten Raul Krauthausen, der Autorin Laura Gehlhaar und der Bloggerin Amelie Ebner verbreitet er gerade den Hashtag #Risikogruppe auf Instgram, Twitter und Facebook, um genau darauf aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein zu schaffen:

"Hi, wir sind’s. Die #Risikogruppe. Du hast gedacht, wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt und tatterig? Weit gefehlt. Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte. Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben. Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zuhause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst", heißt es in ihrem Post.

Viel Unwissenheit

"Ich hab das gemacht, weil ich in den letzten Tagen viele Gespräche mit Freunden hatte und die nicht gecheckt haben, dass ich jetzt auch zur Risikogruppe gehöre", erklärt Jan. Er stellte fest, dass vielen Menschen in seinem Umfeld der Ernst der Lage noch nicht bewusst war, sie weiterhin Unternehmungen machten wie sonst auch. "Das liegt nicht daran, dass das ungebildete Menschen sind, sondern dass sie aufgeklärt werden müssen, vielleicht auch mit so einer 'In Your Face'-Aktion, wie wir sie jetzt gemacht haben", sagt Jan.

Jan und seine Mitstreiter haben sich alle in Selbstquarantäne begeben und hoffen, dass andere sich solidarisch zeigen, ihrem Beispiel folgen und die Regeln der Bundesregierung beachten. "Denn jedes Mal, wenn man sich an die Regeln hält, stirbt ein Rollstuhlfahrer, eine Oma oder eine Diabetikerin weniger."

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 17.03.2020, 19.30 Uhr

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