Umweltpsychologie

Wir haben uns gefragt, warum es immer so läuft: Wir finden Umweltschutz gut, aber wenn es darauf ankommt, nehmen wir dann doch das Auto statt der Bahn oder eben den To Go- statt den Mehrwegbecher. Wir haben mit einem Umweltpsychologen gesprochen, der uns erklärt hat, warum das so ist und was man dagegen tun kann.

Prof. Dr. Daniel Hanss, Professor für Umweltpsychologie und Nachhaltigkeit

Das eine sagen und das andere tun, das kennen wir alle. Auch das Thema Umweltschutz ist da keine Ausnahme: Wir wissen, dass man etwas tun sollte und doch machen wir häufig nichts oder sogar das Gegenteil. Prof. Dr. Daniel Hanss kennt sich aus in Sachen Umweltpsychologie und Nachhaltigkeit. Er weiß, für dieses Verhalten gibt es drei Hauptgründe:

1. Wir handeln nach gewohnten Mustern…

… und eine neue oder ungewohnte Handlung findet darin keinen Platz. "Unser Handeln im Alltag ist oft habitualisiert. Das bedeutet, dass wir im Alltag häufig gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir tun, sondern unser Handeln in Mustern abläuft", erklärt Hanss. Wenn wir uns morgens fertig machen und unsere festen Rituale haben, passiert es so zum Beispiel häufig, dass der Griff zum Mehrwegbecher keinen Platz findet.

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Tipp des Umweltpsychologen:

Um unsere Rituale zu durchbrechen, hilft es, wenn wir an bestimmten Stellen oder in bestimmten Situationen kleine Erinnerungen anbringen. So kann ein Post-it an der Haustür helfen, euch daran zu erinnern, den Stoffbeutel für den Einkauf mitzunehmen.

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2. Wir nehmen Dinge unterschiedlich wahr…

… abhängig davon, wie weit Etwas von uns entfernt ist und wie sehr wir davon betroffen sind, erklärt Umweltpsychologe Hanss. Wenn wir wenig betroffen sind, tendieren wir dazu, eher abstrakt über eine Sache nachzudenken, also zum Beispiel, ob wir es generell gut finden, etwas für die Umwelt zu tun.

Erst wenn Etwas näher rückt, denken wir darüber nach, ob und wie es umsetzbar ist. Dann überlegen wir erst, welche Hindernisse und welcher Mehraufwand damit verbunden ist.

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Tipp des Umweltpsychologen:

Hier hilft es, sich zu fragen: "Warum finde ich es gut, einen Beitrag zu leisten?" und sich Strategien zu überlegen, wie man Hindernisse überwinden kann - und zwar im Voraus, nicht erst in der Situation, in der sie auftreten, rät Hanss.

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3. Wir sind es gewohnt, Argumente zu finden, warum wir doch nicht so handeln...

... und auch ziemlich gut darin. "Wir sind es gewohnt, dass unsere Einstellung und unser Handeln auseinandergehen", sagt Hanss. Man will etwas für die Umwelt tun, aber wegen der damit verbundenen Hürden, macht man es dann doch nicht. Wegen dieses inneren Konflikts versucht man, sich die Dinge schönzureden. So kommt man beispielsweise auf den häufig genutzten Satz: "Naja, ich als einzelner kann sowieso nicht viel ausrichten".

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Tipp des Umweltpsychologen:

Bei diesem Punkt kann es schon helfen, sich darüber bewusst zu sein, dass wir gerne nach Rechtfertigungen für unser widersprüchliches Handeln suchen. "Wenn man sich dann dabei ertappt, dass man sich wieder Etwas schönredet, kann es helfen, die Handlung dann doch auszuführen", sagt Hanss.

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Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 18.03.2019, 06:00 Uhr

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