Neurodiversität

Menschen unterscheiden sich nach Aussehen, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Zur Vielfalt gehört auch das, was in unserer Psyche passiert. Als neurodivers bezeichnen sich Menschen, die sich anders entwickelt haben, als die medizinische Norm es vorsieht. Nicht alle von ihnen sind krank oder heilungsbedürftig. Es geht ihnen um Anerkennung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Psychisch krank zu sein, ist nicht schlimm

Neurodiversität
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Ein gesunder Geist. Was ist das? Die meisten von uns kennen zumindest einen Menschen, der schon einmal etwas mit einer psychischen Verstimmung oder Erkrankung zu tun hatte. Untersuchungen zeigen: Die meisten Menschen machen bis zu ihrer Lebensmitte Erfahrungen in diesem Bereich.

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„Psychische Erkrankungen hat es früher wie heute gegeben. Früher hat man nur weniger daran gearbeitet.“ Zitat von Dr. Reinken, Chefarzt und Ärztlicher Direktor Vincera Klinik Bad Waldsee
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Psychische Erkrankungen könnten jeden treffen – auch wenn man noch so gut aufgewachsen ist, sagt Dr. Reinken, Chefarzt und Ärztlicher Direktor Vincera Klinik Bad Waldsee. "Die hat es früher wie heute gegeben. Früher hat man nur weniger daran gearbeitet. Das sehen wir jetzt an den Frühberentungen und den Krankheitsstatistiken. Wir haben eine Entwicklung zu mehr psychischen Erkrankungen", sagt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Bestärkender Begriff für Betroffene

Als neurodivers bezeichnen sich autistische Menschen, Menschen mit ADHS oder Persönlichkeitsstörungen. Auch Menschen mit psychischen Krankheiten wie Angststörungen und Depressionen werden dazu gezählt. Der Begriff soll bestärkend auf diejenigen wirken, die es betrifft.

Vieles, was diesen Menschen passiert, hat mit der Entwicklung des Gehirns zu tun. Außerdem gibt es psychische Störungen, die auf genetischer Veranlagungen basieren. "In der einen Familie neigen die Menschen vielleicht eher zu hohem Blutdruck, andere zu funktionellen Magen-Darm-Beschwerden und in der dritten Familie ist die Genetik so, dass man eher mit der Psyche reagiert", so Dr. Reinken.

Schwierige Lebensphasen können Auslöser sein

Es gibt aber auch äußere Faktoren, die diese Entwicklung begünstigen können. Schwierige Lebensphasen, Selbstzweifel und Leistungsdruck könnten bei manchen Menschen psychische Schieflagen auslösen, sagt Dr. Reinken.

In seiner Klinik bietet er eine Therapie an, die sich gezielt an die Gruppe der Mitte Zwanzigjährigen richtet. Dort geht es darum, wie man konkret mit Krisensituationen umgehen lernt. "Es geht ums Sortieren. Darum, eine 'Happy live road map' zu entwickeln: leben, lernen, lieben, Beitrag leisten", sagt Reinken.

Außerdem sei es wichtig, herauszufinden, was einem wichtig im Leben sei. "Bekomme ich alles hin, wie ich es will und wie es für meine Gesundheit nötig wäre", so Reinken.

Keine Scham bei psychischen Erkrankungen

Obwohl psychische Verstimmungen und Erkrankungen verbreitet sind, werden sie in der Öffentlichkeit oft als ungewöhnlich oder beschämend wahrgenommen. Viele versuchen, sich nichts anmerken zu lassen.

Aber vor allem junge Menschen machen heute mehr Therapien als früher: "Viele Menschen sind offener geworden und haben den Wunsch, dass es ihnen gut geht - auch wenn immer noch viele Sorgen haben, dass - wenn das rauskommt - die Karriere vorbei ist", sagt Reinken.

Er rät allen, die sich fragen, was mit ihnen los ist, sich Hilfe zu suchen. Beratungsstellen, Telefonhotlines oder die Suche nach einem Psychologen. Auch der Weg in eine Klinik sei ein hilfreicher. Heute gebe es viele Möglichkeiten, sich und sein Leben zu sortieren und Klarheit zu bekommen.

Weitere Informationen

Ihr braucht Hilfe?

Solltet ihr selbst den Verdacht haben, an einer psychischen Erkrankungen oder schweren Depressionen zu leiden, sucht euch bitte Hilfe. Hier könnt euch ganz anonym melden:

Telefonseelsorge
anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 - 1110111 oder 0800 - 1110222
www.telefonseelsorge.de

Das Kinder- und Jugendtelefon: die Nummer gegen Kummer
kostenlose Beratung von Montag bis Freitag von 15:00 bis 19:00 Uhr unter der bundesweiten Telefonnummer: 0800 - 111 0 333
www.nummergegenkummer.de/

Das SeeleFon
Angebot zur bundesweiten Selbsthilfeberatung zu psychischen Erkrankungen unter der Rufnummer 01805 950 951 und der Festnetznummer 0228 71 00 24 24 sowie der E-Mailadresse seelefon@psychiatrie.de
www.bapk.de/testbereich/muelleimer/zu-pruefen/seelefon.html

Therapieplatz:
Psychotherapie-Informations-Dienst (PID): 030 209166330
pid@dpa-bdp.de
Persönliche Beratung: Mo., Di., 10-13 Uhr u. 16-19 Uhr, Mi. und Do. 13-16 Uhr 
www.psychotherapiesuche.de

Therapeuten-Suche: 
www.therapie.de
www.dgpt.de

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 Sendung: YOU FM, Die beste Morningshow der Welt, 26.07.2019, 06:00 Uhr

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