Barrierefrei Reisen Jenny

Auf Schienen ins Meer, im Strandsegler über den Sand, im Jeep durch die Weiten Namibias. Weltweit können Menschen mit Behinderung Urlaub machen, wenn die Bedingungen stimmen. Wir haben mit Reisebloggerin Jenny über ihre Erfahrungen gesprochen.

Jenny sitzt im Rollstuhl und reist seit Jahren um die Welt. Ihre Erfahrungen teilt sie auf ihrem Blog und Instagram. Diese Freddie aus dem schönen Nachmittag hat mit ihr gesprochen.

Erst buchen und dann spontan schauen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Jenny verrät dieser Freddie, wie sie mit Rollstuhl Urlaub macht

YOU FM Moderatorin Freddie
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Menschen, die an den Rollstuhl gebunden sind, müssen ihren Urlaub sehr bedacht planen. Jenny widerspricht dieser These und berichtet im YOU FM Interview: "Tatsächlich beachte ich davor immer gar nicht so viel, weil ich, genau wie alle anderen Menschen auch, dahin will, worauf ich Lust habe. Also buche ich immer zuerst und schaue anschließend, wie es vor Ort funktionieren kann."

Die ersten Hürden liegen schon auf dem Weg zum Bahnhof oder Flughafen. "Der öffentliche Nahverkehr muss überall barrierefreier gestaltet werden. Ganz häufig ist das erste Problem: Wie komme ich vom Flughafen in meine Unterkunft", erklärt die Reisebloggerin.

Flexibiltät gehört zum Reisen dazu

Jenny

Jenny reiste im Winter 2014 auch schon durch Kenia. Für sie sei es einer ihrer schönsten Urlaube gewesen. Aber leider gebe es seit den letzten Jahren in Sachen Barrierefreiheit im Urlaub nur wenige Fortschritte. "Es passiert etwas, aber aus meiner Sicht einfach viel zu langsam", bemängelt Jenny.

Ihr Elektro-Rollstuhl wiegt etwa 150 Kilogramm und könne nicht getragen werden, deshalb nehme sie zur Sicherheit immer eigene Rampen mit in den Urlaub. "Man muss immer ein bisschen umdenken können und flexibel sein, aber ich finde, Flexibilität gehört zum Reisen immer dazu", meint Jenny.

Jenny stürzt sich mit dem Strand-Rollstuhl in die Fluten

Zitat
„Menschen mit Behinderung werden immer noch als Nische gesehen und eben nicht als potenzielle Kunden, die auch Urlaub machen wollen.“
Zitat Ende

Weil Jenny auch gerne am Meer Urlaub macht, hat sie Freddie verraten, was sie für einen Tag am Strand braucht: "Im Idealfall gibt es barrierefreie Strandabschnitte, wo Holz gelegt ist, sodass man auch mit dem Rollstuhl nah an das Meer kommt und eine ordentliche Stellfläche hat und nicht allen Menschen im Weg rumsteht."

Wenn alles stimmt, stehen Strand-Rollstühle zur Verfügung, mit denen Jenny auch in das Wasser rein fahren kann. Dadurch müsse die Reisebloggerin auch nicht an das Wasser getragen werden, denn ein normaler Rollstuhl kommt im Sand nur sehr schwer vorwärts. "Jeder Mensch, der an das Meer fährt, will auch ins Wasser", so Jenny.

Auch Hotels müssen barrierefreier werden

"Ich habe auf Reisen immer eine persönliche Asisstentin dabei, mit der ich schon sehr viel von der Welt gesehen habe. Es muss halt auch ein freundschaftliches Verhältnis sein, sonst hält man das auch nicht immer so lange aus", erklärt die Reisebloggerin.

Hotels mit einem sogenannten Pool-Lifter bevorzuge Jenny. Es erleichtere ihr den Ein- und Ausstieg in und aus dem Pool. "Es sollte viel mehr Hotels geben, die auch einen Pool-Lifter haben", plädiert Jenny.

Mit ihrem Blog wolle Jenny andere Menschen dazu bringen ihren Traum zu verfolgen. "Ich will andere motivieren, den Mut zu finden. Das ist ganz wichtig", betont sie.

Weitere Informationen

Seit 2009 gelten in Deutschland die Richtlininen der UN-Behindertechtskonvention. Das heißt, dass behinderte Menschen immer und überall mitgedacht werden müssen und sie nicht nur Zugang zu Orten oder Events bekommen, sondern auch daran teilhaben können. Barrierefreie Urlaube sind nachgefragt. Es gibt Reiseanbieter, die sich auf Trips dieser Art spezialisiert haben. Von der Nordsee bis nach Namibia bieten sie Reisen mit Spezialfahrzeugen und pflegerischer Unterstützung zu unterschiedlichen Preisen an. Da der Begriff barrierefrei international nicht einheitlich definiert ist, müssen die Angebote zumindest "rollstuhlgerecht" sein. Das bedeutet, dass sich Gäste im Rollstuhl frei bewegen können, nicht überall aber in einem breiten Elektrorollstuhl. In Katalogen oder Piktogrammen informieren die Anbieter deshalb über Türbreiten oder ob die Duschen befahrbar sind. Realität auf Reisen ist aber auch, dass Bordsteine nicht überall abgesenkt sind und nicht jede Toilette Haltegriffe hat.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: YOU FM, Der schöne Nachmittag, 15.08.2019, 14:00 Uhr

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