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Jedes Jahr landen tonnenweise Lebensmittel im Müll – fast 12 Millionen Tonnen allein in Deutschland. Dem will die App "Too Good To Go" entgegenwirken. Mit ihr können überproduzierte Lebensmittel aus Restaurants und Supermärkten für wenig Geld gekauft werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Für Leute, die vieles mögen, ist die App eine feine Sache, finden Susanka und Nick

YOU FM Moderatoren Susanka und Nick Waben
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Mit der App "Too Good To Go" könnt ihr beim Essen viel Geld sparen und gleichzeitig etwas Gutes tun. Denn die Entwickler der App wollen, dass durch ihren Service weniger Lebensmittel im Müll landen.

Bisher nutzen 58.000 Menschen in Hessen das Angebot der App. Damit konnten laut "Too Good To Go" schon 380.000 Mahlzeiten vor der Tonne bewahrt werden.

Wo könnt ihr die App nutzen?

Screenshot Too Good To Go

Entweder ihr gebt manuell euren Standort ein oder lasst die App tracken, wo ihr gerade seid und bekommt so angezeigt, welche Läden in der Nähe etwas anzubieten haben.

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Es muss nicht per App sein

Der Frankfurter Verein "ShoutOutLoud" engagiert sich mit verschiedenen Projekten gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Einmal die Woche retten die Mitglieder*innen Lebensmittel bei einem Bio-Großhändler. Der Verein verteilt die Lebensmittel weiter an Bedürftige oder verarbeitet sie. Mit ihrem einen Foodtruck "Resteküche" fahren die Ehrenamtlichen zu Veranstaltungen und geben gegen eine Spende Suppen, Paninis oder Burger an Leute raus. "Während sie was leckeres essen, erzählen wir ihnen, was sie gegen Lebensmittelverschwendung tun können", sagt Luisa von ShoutOutLoud. Worauf sie selbst achtet, um weniger wegzuwerfen? Nicht streng nach Rezept kochen, sondern aus dem, was da ist, etwas zaubern, erklärt sie. Außerdem könne man die meisten Produkte, auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum noch benutzen. "In der Regel kann man seinen Sinnen vertrauen und die Dinge noch länger essen."

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In Hessen machen Geschäfte in 90 Orten mit, zum Beispiel Supermärkte, Restaurants, Cafes oder Bäckereien. Ein Ampelsystem auf der Karte zeigt an, wie viele Portionen das jeweilige Geschäft abzugeben hat: grün bedeutet, dass mehrere Portionen verfügbar sind, bei orange ist es nur noch eine und grau heißt, dass es dort kein Angebot gibt oder es ausverkauft ist.

Was im jeweiligen Angebot steckt, wisst ihr leider erst, wenn ihr die Portion in die Hand gedrückt bekommt. Die Geschäfte wissen schließlich nicht schon vorher, was am Ende übrig bleibt.

Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass ihr nur das abbekommt, was sonst niemand will. Wie uns die Mitarbeiterin einer Bäckereikette versichert, würden schließlich die besonders beliebten Produkte auch in größeren Stückzahlen angeboten. Dass davon am Ende was übrig bleibt, passiere schon mal.

Wie funktioniert die Buchung?

Die Bestellung ist sehr einfach: Sagt euch irgendein Geschäft zu, drückt ihr auf reservieren. Gebt an, wie viele Portionen ihr haben wollt und wie ihr zahlen möchtet – fertig.

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Too Good To Go

Das Unternehmen arbeitet in Deutschland mit mehr als 5.000 Läden in über 900 Städten zusammen. In Großstädten ist das Angebot größer, weil es dort mehr Gastronomie gibt.

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Laut den Machern der App ist eine Portion immer mindestens 50 Prozent günstiger, häufig kostet sie auch nur noch ein Drittel des Originalpreises. Der Betrag wird direkt via App gezahlt und ihr erhaltet eine Quittung, die ihr beim Abholen vorzeigen müsst.

Wie komme ich an mein Essen?

Während bis hierhin alles recht komfortabel ist, kommt es jetzt auf das richtige Timing an. Die Portionen sind in der Regel erst kurz vor Ladenschluss abholbereit. Also mal schnell mittags zwischendurch eine Mahlzeit shoppen, wird schwer.

Während der Bäcker die Portionen etwa zwischen 18 und 19 Uhr rausrückt, kann es passieren, dass ihr auf euer Sushi bis 23 Uhr warten müsst. Da ist Durchhaltevermögen gefragt oder ihr organisiert euch am Abend euer Mittagessen für den nächsten Tag.

Wie läuft das "Einkaufen"?

Essensübergabe bei "Too Good To Go"

Im Laden ist es ganz einfach. Ihr sagt Bescheid, dass ihr eine Portion via "Too Good To Go" gekauft habt und bekommt sie in die Hand gedrückt. Dann wird die Quittung in der App noch durch die Mitarbeiter bestätigt – das war's.

Fazit

Wenn ihr gerne frühzeitig plant, könnte die App etwas für euch sein. Wer schnell entschlossen und kurzfristig etwas zu essen haben möchte, der könnte enttäuscht sein.

Wer aber abends frei hat, flexibel ist und außerdem noch Lust auf eine Überraschung hat, für den dürfte das eine gute Alternative zum Gang zum Supermarkt sein. Außerdem beugt ihr als User dieser App der Lebensmittelverschwendung vor. Denn das Essen, das die Läden an euch günstig abgeben, wäre ansonsten im Müll gelandet.

Die App "To Good To Go" ist kostenlos und gibt’s für iOS und Android.

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Weitere Apps gegen Lebensmittelverschwendung

  • "Zu gut für die Tonne": Die App vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft enthält fast 750 Rezepte, die dazu inspirieren sollen, aus übriggebliebenen Lebensmitteln leckere Gerichte zuzubereiten. Dazu gibt's Tipps zur richtigen Aufbewahrung und einen Einkaufsplaner, der dabei helfen soll, dass ihr beim Supermarktbesuch die richtige Menge mitnehmt. Die App ist kostenlos für Android und iOS.
  • "Resq Club": Funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie "Too Good to Go": Restaurants, Hotels, Cafés bieten hier ihr überschüssiges Essen an – ihr könnt es per App auswählen und bezahlen. Gibt's kostenlos für Android und iOS.
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Sendung: YOU FM, die YOU FM Morningshow, 29.09.2020, 06:40 Uhr

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