Stimme Sprechen
Unsere Stimme: Sie kann sexy klingen oder uns im Stich lassen. Bild © Colourbox

Mal ist sie hoch, mal tief, mal ruhig und mal überschlägt sie sich: unsere Stimme ist ziemlich wandelbar und ziemlich einzigartig. Sie mit Absicht zu verstellen, ist ganz schön schwer. Warum das so ist und warum wir manche Stimmen heiß finden und andere nervig, verraten wir euch hier.

Früher mussten wir viel öfter dadurch: jemanden anrufen. Heute greifen wir einfach zum Handy und schicken eine WhatsApp. Aber warum ist uns das so unangenehm? Vielleicht auch weil unsere Stimme viel mehr verrät, als uns lieb ist. Sind wir nervös, fängt sie an zu zittern. Regen wir uns auf, wird die Stimme höher oder versagt uns ganz den Dienst. Und erst wenn sie mal wirklich weg ist, merken wir, wie essentiell unsere Stimme im Alltag ist.

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Persekpektiven einer Blinden

Für Wencke haben Stimmen eine ganz besondere Bedeutung. Als Blinde geben sie ihr Orientierung, unterhalten sie und geben Sicherheit. Wie sie damit im Alltag umgeht, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

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Die Stimme bewusst zu kontrollieren, ist oft nur mit gezieltem Training möglich. Aber warum ist das so? Und warum reagieren wir auf Stimmen unterschiedlich und finden manche unerträglich und andere anziehend?

Darum ist es so schwer, die Stimme zu kontrollieren

Eine Frau bedeutet anderen leise zu sein und hält ihren Finger vor den Mund.
Manchmal sind auch leise Töne angesagt. Bild © Kristina Flour on Unsplash

Wir sprechen intuitiv. Unsere Stimmbänder werden nicht bewusst angesteuert. Wenn es uns nicht gut geht, sind wir angespannt. Das merken wir zum Beispiel, wenn wir nach anstrengenden Tagen Nackenschmerzen bekommen. Alles in uns zieht sich zusammen. Auch unsere Stimmbänder. Die Folge: eine höhere Stimmlage.

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Und plötzlich ist die Stimme weg

Für manche können Stress oder persönliche Probleme sogar zum Stimmverlust führen. Anita konnte plötzlich nicht mehr sprechen: Sie leidet unter "Aphonie". Was das für sie bedeutet hat, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

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Sind wir dagegen niedergeschlagen, sind alle Muskeln im Körper erschlafft - und unsere Stimme wird tiefer. Bei guter Laune dagegen spannen sich die Stimmbänder wieder an, diesmal aber in einem angenehmen Maß - wir klingen hoch und fröhlich.

Die Stimmbänder können auch überstrapaziert werden. Das passiert sowohl Sängern als auch Menschen, die im täglichen Umgang viel mit Menschen sprechen. Durch die anhaltende Überlastung schwellen die Stimmlippen an und schwingen nur noch unregelmäßig. Wir werden heiser und die Stimme klingt rau. Werden wir Sonntags morgens in der Früh angerufen, klingen wir verschlafen. Das haben wir selber kaum in der Hand und das erkennen andere Menschen auch sofort.

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Warum tiefe Mänerstimmen doch nicht sexy sind

Im Interview hat uns die Sprachtrainerin Vivien Zuta erzählt, warum wir so sprechen, wie wir sprechen. Die Wissenschaftlerin aus Frankfurt hat ihre Abschlussarbeit über Männerstimmen geschrieben und daraus auch ein spannendes Buch gemacht, das wir zur Recherche nutzen durften.

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Die passende Stimme für jede Situation

Drei junge Frauen lachen miteinander
Unter Freunden sprechen wir automatisch ungezwungen miteinander. Bild © Priscilla Du Preez on Unsplash

Steht unser Chef vor uns, sprechen wir anders als zuhause mit Freunden. Unbewusst bedienen wir uns verschiedener Stimmprofile, die für die jeweilige Situation passend erscheinen. Schon kleine Kinder erheben die Stimme, wenn sie mit noch kleineren Kindern oder Babies sprechen. Dieser Wechsel ist uns angeboren. Dazu kommen regionale Sprachmelodien und Dialekte und persönliche Vorlieben. Wer einige Zeit in einer neuen Region lebt, tendiert dazu die dortigen Sprachgewohnheiten zu imitieren. Das alles passiert unbewusst. Wer sich wiederum einen Dialekt abgewöhnen möchte, zum Beispiel weil er als Moderator oder Schauspieler arbeiten möchte, der kommt um ein gezieltes Sprachtraining nicht herum.

Diese Stimmen lieben wir

Alle Frauen lieben tiefe Männerstimmen? Nein. Das alleine reicht nicht, um eine Stimme attraktiv zu machen. Zwar interpretieren wir in tiefe Stimmen mehr Testosteron und eine Körpergröße ab 1,80 Meter hinein, was allein schon auf viele Frauen anziehend wirkt. Entscheidend für die Attraktivität ist aber die Sprachmelodie. Je gleichmäßiger wir sprechen, umso anziehender wirken wir. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Viele "Ähs" und "Öhms" machen eher unsexy.

Klein-Mädchen-Stimmen sind out

Viele Frauen sprechen heute tiefer als vor ein paar Jahrzehnten. Schuld daran ist die Emanzipation. Sehr hohe Stimlagen signalisieren dem Hörenden nämlich ein Schutzbedürfnis. Und das haben heute immer weniger Frauen. Wer auf eigenen Beinen steht und sein eigenes Geld verdient, der hat so einen Beschützer nämlich gar nicht nötig.

Sendung: Die YOU FM Morningshow, 14.8.2017, 05:00 Uhr.

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