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Der Nahostkonflikt in 11 Klicks

Bei Tel Aviv denken viele sofort an den Nahostkonflikt, der auch ein Teil von Israel ist. Auf die Lebensfreude der Menschen in Tel Aviv hat dies jedoch keine Auswirkungen. Trotzdem begleitet das Thema Sicherheit die Bewohner von Tel Aviv.

Der Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina ist ein Konflikt, der seit langem schwelt und bei dem die Schuld nicht geklärt ist. Warum es so schwer ist, eine Lösung zu finden, erklären wir anhand von elf schicksalshaften Ereignissen seit der Staatsgründung Israels 1948.

 
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14. Mai 1948 – Staatsgründung Israels

Premierminister Ben Gurion erklärt Israel feierlich zum eigenständigen Staat. Während Juden darüber froh sind, einen eigenen Staat zu haben, fühlt sich die arabische Seite hintergangen.

Nur wenige Stunden nach der Staatsgründung durch Ben Gurion erklärt die Arabische Liga Israel den Krieg. Der Nahost-Konflikt beginnt.

 
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5. Juni 1967 – Der Sechstagekrieg

Es ist kurz nach sieben Uhr. Fast die komplette israelische Luftwaffe steigt zu einem Überraschungsangriff auf. Das Ziel: Ägypten, Mitglied der Arabischen Liga und Unterstützer der Palästinenser. Die israelische Führung fühlt sich von der benachbarten arabischen Welt bedroht, weil sie einen militärischen Angriff befürchten. Israel will angreifen, bevor es selbst Opfer seiner arabischen Nachbarn wird.

Am 11. Juni 1967 ist der Sechstagekrieg der Israelis gegen die arabische Welt vorbei und Israel geht als Sieger hervor. Die Wut der Palästinenser in den besetzten Gebieten steigt. Der Nahostkonflikt geht weiter.


 
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8. Dezember 1987 - Beginn der ersten Intifada

Ein israelischer Militärlastwagen und zwei palästinensische Taxis knallen in der Nähe des Grenzübergangs zusammen - vier Palästinenser sterben. Die Menschen in Gaza vermuten einen gezielten Anschlag der Israelis und sind wütend. Es kommt zu Massendemonstrationen und Ausschreitungen.

Es ist der Beginn der ersten Intifada, dem Aufstand der Palästinenser gegen zwanzig Jahre israelische Besatzung im Westjordanland und Gaza.


 
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28. September 1995 - Friedensabkommen durch Rabin und Arafat

Premierminister Jitzhack Rabin und Palästinenserführer Jassir Arafat unterzeichnen das zweite Oslo Abkommen nach einem langjährigen geheimen Friedensprozess. Darin erkennen sich beide Seiten zum ersten Mal als unabhängige Staaten an.

Am Abend einer Friedenskundgebung vor 100.000 israelischen Anhängern wird Rabin jedoch von einem jüdischen Extremisten erschossen. Arafat ruft seine Minister zusammen, um über den weiteren Friedensprozess zu beraten. Wie sich später herausstellt – erfolglos.

 
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28. September 2000 - Camp David und die zweite Intifada

Ariel Sharon will israelischer Ministerpräsident werden und hat für seine Rede den Tempelberg als symbolischen Ort gewählt. Der Tempelberg ist ein heiliger Ort für Juden und Muslime.

Doch sind die Friedensverhandlungen zwischen dem amtierenden israelischen Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenser-Führer Jassir Arafat kurz vorher gescheitert. Viele Muslime fühlen sich deshalb von Sharons Rede auf dem Tempelberg provoziert. Kleine Proteste entwickeln sich zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung.

Es ist der Beginn der "Al-Aqsa Intifada". Dem zweiten Aufstand der Palästinenser gegen Israel.

 
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Juli 2003 - Bau der Mauer um Gaza

Wieder ein Selbstmordanschlag in Israel. Dieses Mal mit schweren Folgen für den Gesamtkonflikt. Israels Ministerpräsident Scharon will sein Volk mit einer Sperranlage um das Westjordanland vor weiteren Terrorangriffen schützen. Sie ist eine Mischung aus Mauer und Zaun, zwischen drei und vier Metern hoch und mehr als 700 km lang.

Diese Entscheidung heizt den Konflikt weiter an. Auch international gibt es Kritik. Denn durch die Zäune und Mauern werden viele Familien auseinander gerissen und Zugänge zu ihren Arbeitsstätten und Märkten versperrt. Viele Palästinenser haben das Gefühl durch die Sperranlage eingesperrt zu sein.


 
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25. Januar 2006 - Hamas wird groß in Gaza

Auf den Straßen von Gaza jubeln Palästinenser in einem Meer grüner Fahnen. Es sind Hamas-Anhänger, die den Wahlsieg ihrer Partei feiern. Die Hamas lehnt im Unterschied zur besiegten Fatah Partei eine Zwei-Staaten Lösung ab.

Nach ihrem Wahlsieg übernimmt die Hamas die Kontrolle über den Gazastreifen und vertreibt Fatah Anhänger mit Gewalt. Diese flüchten ins Westjordanland, wo die Fatah die Kontrolle behalten hat.

Es kommt zum ersten palästinensischen Bürgerkrieg. Erst 2011 einigen sie sich. 2014 wird ihre Einheitsregierung vereidigt. Israel bricht den Kontakt zur Fatah Seite ab. Ein folgenschwerer Schritt für die Entwicklung des Nahostkonflikts.


 
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2. September 2010 – Scheitern neuer Friedensverhandlungen

Zwei Jahre sind seit den letzten Friedensgesprächen zwischen Israelis und Palästinensern vergangen. Ein neuer Versuch wird gestartet. Palästinenserpräsident Abbas und Israels Regierungschef Netanjahu verhandeln über Frieden in ihren Gebieten. Diesmal sollen die Verhandlungen höchstens ein Jahr dauern. Ziel: Die Zweistaaten-Lösung.

Nach wenigen Wochen bricht die palästinensische Seite die Gespräche jedoch ab und die Verhandlungen scheitern, weil Israel nicht damit aufhören will, weiter jüdische Siedlungen im Westjordanland zu bauen. Zum Hintergrund: Die internationale Gemeinschaft betrachtet den Siedlungsbau als illegal, weil er nicht auf israelischem Territorium stattfindet. Israel bestreitet das, weil es das Gebiet während des Sechstagekrieges vor über vierzig Jahren erobert hat.


 
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14. November 2012 - Gaza Offensive

Seit dem letzten großen Militäreinsatz der Israelis im Palästinensergebiet vor vier Jahren feuern die Hamas und andere palästinensische Gruppen immer wieder Raketen in Richtung Israel ab. Israel antwortet mit Luftanschlägen und Bodenoperationen. Immer wieder sterben Zivilisten.

Ende 2012 steigern sich die Angriffe bis zur Eskalation. Eine israelische Rakete tötet gezielt Ahmed al-Dschabari, den Führer der palästinensischen Hamas Bewegung. Die Folgen sind verheerend: In nur zwei Tagen feuern beide Seiten etwa 350 Raketen aufeinander ab und es gibt mehr als 600 Luftangriffe.

Am 21. November einigen sich Israel und die Hamas auf eine Waffenruhe. Doch hält dieser Frieden nur für drei Monate.


 
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2. Juni 2014 - Auf dem Weg zum nächsten Krieg

Feierlich werden Politiker der Hamas und Fatah Parteien als palästinensische Einheitsregierung vereidigt. Jedoch erkennt Israel sie nicht an. Dort wird ein neuer Staatspräsident gewählt: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Shimon Peres ist Reuven Rivlin gegen die Zweistaatenlösung. Er will keinen Staat Palästina.

Zwei Tage später werden die israelischen Jugendlichen Gilad Shaar, Naftali Frenkel und Eyal Jifrac gekidnappt – knapp zwei Wochen später findet man ihre Leichen unter einem Steinhaufen. Israel vermutet die Hamas hinter dem Mord. Nur drei Wochen später wird der 16-Jährige Palästienser Mohammed Abu Chdeir bei lebendigem Leib verbrannt. Ein jüdischer Extremist bekennt sich zu diesem Racheakt.

Am 8. Juli eskaliert die Situation. Der nächste Krieg beginnt und dauert 50 Tage. In seinem Verlauf sterben 1.700 Menschen, darunter viele Zivilisten.

 
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4. Januar 2017 - Ein umstrittenes Urteil und ein neuer Präsident

Der israelische Soldat Elor Azaria tötet einen palästinensischen Attentäter. Der ist bereits bewegungsunfähig, doch Azaria schießt ihm aus nächster Nähe in den Kopf. Das Urteil eines Militärgerichts: 18 Monate Haft. Viele Israelis demonstrieren gegen das Urteil und wollen den Soldaten lieber frei sehen. "Wie kann ein Soldat, der einen Terroristen tötet, ein Mörder sein?", fragen sie.

Unterdessen treibt Israels Pemier Benjamin Netanjahu den Siedlungsbau voran. Im Westjordanland sollen tausende neue Häuser für Israelis gebaut werden. Dass der Premier das Projekt so massiv vorantreibt, hat mit dem neuen US-Präsidenten zu tun. Donald Trump ist ein langjähriger Freund Netanjahus. Und: Trump besteht nicht auf einem eigenen Staat Palästina.

Die Einstaatenlösung war bisher von den USA strikt abgelehnt worden. Sie würde bedeuten, dass sich Israel das Westjordanland – das bisher nur besetzt ist – komplett einverleibt. Und dass Israelis und Palästinenser dann in einem gemeinsamen Land leben.

 
Redaktion: anzi / nape
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Letzte Aktualisierung: 13.03.2017, 16:11 Uhr
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