(Bild: Presse Amazon)
22.11.2016

Digitaler Begleiter für euer Zuhause

Das kann der Sprach-Assistent Amazon Echo

Mal eben per Sprachsteuerung das Licht dimmen oder die Lieblingsplaylist von Spotify starten – das geht mit "Amazon Echo". Der sprachgesteuerte Assistent ist vor kurzem in Deutschland erschienen und jetzt für jeden zu kaufen. Wir verraten euch, ob er sich lohnt.
 
 (Bild: Presse Amazon) Vergrößern
So sieht Amazon Echo und der kleine Bruder Amazon Echo Dot aus.
In den USA ist Amazon Echo und die kleinere Version Amazon Echo Dot, die etwas weniger kann, ein Überraschungserfolg. US-Marktforscher von Consumer Intelligence Research Partners fanden heraus, dass Amazon im Jahr 2015 eine Million Geräte verkauft hat. Und Deutschland könnte der nächste große Markt werden.

Bis dahin muss Echo aber noch lernen. Deswegen bekommt man das Gerät, das wie ein Minilautsprecher aussieht, auch zunächst nur mit einer Einladung. Allerdings garantiert Amazon jedem Nutzer, der eine Einladung angefordert hat, Echo in den nächsten Wochen kaufen zu können.
 
 (Bild: Screenshot Alexa App) Vergrößern
Solche Fragen könnt ihr Echo aka Alexa beispielsweise stellen.

So funktioniert der Begleiter in eurem Wohnzimmer

Amazon Echo hat sieben Mikrofone eingebaut, die auf drei Worte reagieren: "Alexa", "Echo" und "Amazon". Sagt ihr eins dieser Worte, wird ein kleiner Ring am oberen Rand von Echo blau und das Gerät hört euch zu. Egal, welches Wort ihr benutzt, Echo reagiert auf alle gleich.

Habt ihr die Aufmerksamkeit von Echo, könnt ihr dem Assistenten Befehle geben. Das könnte zum Beispiel sein: "Alexa, spiele meine Spotify-Playlist 'Mein Mix der Woche'" oder "Alexa, setze Waschmittel auf die Einkaufsliste". Das Gerät kann aber auch Witze erzählen, den Wetterbericht vorlesen oder Smart Home Geräte steuern.




Damit nutzt ihr Echo umfangreicher

Wenn ihr Alexa nicht nur Fragen stellen wollt, müsst ihr euch die dazugehörige App "Alexa" installieren, die es für iOS und Android gibt. Außerdem könnt ihr dann Alexa mit weiteren Apps wie Spotify, oder Chefkoch auf eurem Smartphone verknüpfen, auf die Alexa zugreifen soll. Das nennt sich bei Amazon Echo "Skills".
 
 (Bild: Screenshot Alexa App) Vergrößern
In der Alexa App könnt ihr den Verlauf eurer Fragen und Aufgaben sehen.

Die Datenkrake Amazon vergisst nie

Alle Befehle, die ihr Amazon Echo gebt, könnt ihr in der Alexa App nochmal einsehen. Das ist ganz schön unheimlich, weil ihr wirklich alles seht, was ihr Alexa gefragt habt. Über diese Daten lernt Amazon natürlich den Nutzer immer besser kennen und kann personalisiertere Vorschläge beispielsweise auf der Amazon Homepage geben.

Amazon lässt sich außerdem das Recht einräumen: "(...) Ihre Sprachaufnahmen und andere Informationen, einschließlich von Diensten Dritter (zu verwenden), um Ihre Fragen zu beantworten, Ihre Aufforderungen zu erfüllen sowie Ihr Erlebnis und unsere Dienste zu verbessern". Das könnte auch heißen, dass auch wenn ihr alle Sprachbefehle in der App löscht, diese trotzdem auf den Amazon Servern bleiben.
 

Unheimlich oder genial?

Datenschützer schlagen sofort Alarm, da man meinen könnte, Amazon würde jetzt all unseren Wohnzimmer-Gesprächen zuhören. Laut der Pressestelle von Amazon ist das aber nicht der Fall. Echo reagiert mit einer sogenannten "Keyword-Spotting-Technologie". Das heißt, das Gerät reagiert nur auf die Schlüsselbegriffe.

Erst dann geht Alexa ins Internet und tauscht Daten mit den Amazon Servern aus. Signalisiert wird das über einen blau leuchtenden Ring. Wem das schon zu viel ist, der kann Echo stumm schalten, dann leuchtet der Ring rot. Allerdings funktioniert dann logischerweise das Hauptargument für Echo nicht mehr: Die Sprachsteuerung.
 
 (Bild:  picture-alliance/dpa) Vergrößern
Amazon Echo: ein schönes Spielzeug, um sich an sprachgesteuerte Assistenten zu gewöhnen, aber eher was für Technik-Nerds.

Lohnt sich ein Kauf?

Mit circa 180 Euro für Amazon Echo und circa 60 Euro für Echo Dot ist das Gerät zwar erschwinglich, aber im Moment eher ein Gadget für Technik-Nerds. Amazon Echo ist - wie Apples Siri oder Google Now - ein schönes Spielzeug, um sich an sprachgesteuerte Assistenten zu gewöhnen.

Allerdings haben die wenigsten zu Hause schon Smart Home Anwendungen, mit denen Echo dann beispielsweise das Licht oder die Rollläden steuern kann. Außerdem fehlt auch noch eine Schnittstelle zum Fire TV. Das wäre dann sicherlich interessant, wenn man das ohne Fernbedienung steuern könnte.

Die Musikwiedergabe beim großen Amazon Echo ist ganz ordentlich, der kleine Echo Dot muss aber an externe Lautsprecher angeschlossen werden, um vernünftig Musik zu hören.
 
 
Redaktion: anzi / nape
Bilder: © Screenshot Alexa App (2), © Presse Amazon (2), © picture-alliance/dpa (1)
Letzte Aktualisierung: 13.02.2017, 14:25 Uhr
SZM-Daten dieser Seite