(Bild: YOU FM)
15.03.2016

Selbstversuch: NFC-Implantat

Mein Leben als Cyborg

Corinna aus dem YOU FM Web-Team hat nun ein NFC-Chip in ihrer Hand. Damit ist sie offiziell ein Cyborg - eine Mischung aus Mensch und technischem Bauteil. Was ihr dieses winzige Teil bringt und wie es sich anfühlt, Technik in sich zu tragen, erzählt sie euch in diesem Video-Tagebuch.
 

Mein Fazit


So ein Chip ist wirklich noch Zukunftsmusik. Momentan würde es auch reichen, den Chip als Schlüsselanhänger zu tragen. Dass der Chip unter der Haut ist, hat noch sehr wenige Vorteile. Ich behalte ihn aber trotzdem - schon allein, weil ich wissen will, wie es da weiter geht!



Reaktionen in Facebook

Was mich diese Woche fast noch mehr beschäftigt hat als dieser Chip, das waren die Reaktionen darauf auf Facebook.

Viele Menschen haben fast schon panisch darauf reagiert, dass ich diesen Selbstversuch durchziehe. Sie hatten Angst vor der totalen Überwachung.

Aber erstens: mein Chip kann nicht geortet oder anders überwacht werden! Und zweitens: auf Facebook geben wir viel mehr von uns preis. Unsere Smartphones haben GPS und wir sammeln im Laden Paybackpunkte.

Ich kann verstehen, dass es nochmal gruseliger ist, etwas IN SICH zu tragen. Aber durch das Smartphone, das den ganzen Tag in der Hosentasche ist, wird man eher zum zum gläsernen Menschen als durch meinen Chip.

Immer offen bleiben für neue Entwicklungen

Viele Leute werfen alle möglichen Technologien durcheinander und sind überhaupt nicht offen für Fakten zu dem Thema. Das finde ich gefährlich.

Denn Technik entwickelt sich weiter - ob wir wollen oder nicht. Ich finde, wir müssen uns mehr mit dem Fortschritt und mit Datenschutz beschäftigen und vor allem offener sein! Damit wir wenigstens ein bisschen den Durchblick behalten.

Der Chip ist noch Zukunftsmusik. Wir sollten uns aber damit auseinandersetzen! Und einfach nur zu sagen: "Das ist doch alles böse!" zählt nicht!
 

Der Check im Fitnessstudio

Es funktioniert nicht in jedem Studio, aber ich habe eins gefunden! Meine Hand musste ich ganz fest auf das Lesegerät drücken, um mich zu registrieren. Der Chip kann wohl wirklich nur über wenige Milimeter hinweg senden. Aber dann konnte ich ohne Probleme durch das Drehkreuz gehen und alle anderen Dinge bedienen, die sonst mit dem NFC-Schlüsselanhänger des Studios oder der Mitgliedskarte funktionieren.


 

Ein bisschen Spaß zwischendurch


 

Kleines Erfolgserlebnis

Die Funktion ist nicht weltbewegend und trotzdem gefällt sie mir extrem gut. Ich habe mein W-Lan zu Hause mit einem 26-stelligen Passwort gesichert. Dieses Passwort an Gäste zu geben ist ziemlich nervig. Ich habe den Zugang jetzt in meiner Hand gespeichert und lege sie in Zukunft einfach auf die Android-Smartphones meiner Gäste. So kommen sie in mein Netz und ich behalte mein Passwort für mich!


 

Die größeren Tests

Hier im Hessischen Rundfunk bin ich schon an die Grenzen meines Implantats gestoßen. Unsere Mitarbeiter-Karten funktionieren zwar mit der NFC-Technologie, aber leider nicht mit der exakt gleichen wie mein Chip. Deshalb kann ich meine Hand nicht mit den Kassen und den Türöffnern bei der Arbeit verbinden. Schade.


 

Der erste Tag mit Chip

Meine Hand ist noch ein bisschen blau, deshalb kann ich nicht so stark darauf rumdrücken. Und vielleicht kann ich deshalb auch den Chip einfach nicht erfühlen. Ich spüre ihn nicht und kann auch nicht sagen, wo genau er sitzt. Zum Glück haben meine ersten Versuche bewiesen, dass der Chip da ist. Sonst hätte ich wahrscheinlich schon gedacht, ich hätte ihn verloren!





 

Hier seht ihr, wie mir der NFC-Chip eingesetzt wurde und mein erstes Fazit:

 
 (Bild: YOU FM) Vergrößern
Mit dieser Spritze wird der NFC-Chip in Corinnas Hand geschossen.

Das Einsetzen des Chips

In meiner großen Zukunftsvision kann ich überall mit dem Chip bezahlen und mein Personalausweis ist auch darauf gespeichert. Dann kann ich meinen Geldbeutel zu Hause lassen und er wird mir nie mehr geklaut. Aber so weit ist die Technik noch nicht. Trotzdem, ich will testen, wie weit NFC-Chips schon sind. Und dafür muss er jetzt erstmal unter meine Haut.




Ich habe es wirklich getan

Tatsächlich habe ich mir den NFC-Chip einsetzen lassen und mein Fazit lautet: Es tat gar nicht so krass weh, wie ich dachte. Checkt hier in der Bildergalerie, wie der Chip eingsetzt wurde.

 
 

Der Morgen davor

Meine Kollegen begrüßen mich heute alle besonders herzlich. Sie sagen: "Ist ja auch die letzte Begrüßung von dir als richtiger Mensch!" Klar, das ist übertrieben. Es ändert sich ja nichts, außer, dass ich ein kleines Stück Glas und Metall in mir tragen werde. Trotzdem machen meine lieben Kollegen mich gerade ganz schön nervös. Noch fünf Stunden...


 
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Redaktion: sogo / anzi
Bilder: © YOU FM (2)
Letzte Aktualisierung: 4.04.2016, 16:51 Uhr
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