Rechte versuchen auf Facebook Anhänger zu finden (Bild: dpa)
5.02.2013

Die wichtigsten Facts

Rechtsradikale im Netz

YOU FM hat sich zum „Safer Internet Day“ angeschaut, wie Rechte in sozialen Netzwerken auf Stimmenfang gehen.
Das Internet und insbesondere soziale Netzwerke haben immer mehr Einfluss auf die Gesellschaft. Aus diesem Grund wurde der „Safer Internet Day“ ins Leben gerufen, um sich mit Themen wie Sicherheit, Verantwortung und Rechtsextremismus im Netz zu befassen. Im ganzen Land finden dazu Veranstaltungen und Aktionen statt.
 
 (Bild: dpa)
Die NPD propagiert auf Facebook

Propaganda auf Facebook

Seit einigen Jahren nutzen Rechte die sozialen Netzwerke wie Facebook dazu, ihre Propaganda zu verbreiten. Dabei verfolgen sie vor allem ein Ziel: Neuzugang anlocken. Ihre Strategie ist dabei ebenso einfach, wie gefährlich. Auf einer emotionalen Ebene werden Nutzer angesprochen, um sie dann für die rechte Szene einzunehmen. Aktuelle, sozial und emotional aufgeladene Themen, wie Arbeitslosigkeit, Umweltthemen oder Kindesmissbrauch werden dabei besonders gerne genutzt. Rechte setzen also ganz gezielt auf Themen, die auch „Nicht-Rechte“ User interessieren. Es werden seriös wirkende Seiten angelegt, die geliket werden können. Eine der erfolgreichsten Seiten dieser Art war vor einiger Zeit „Keine Gnade für Kinderschänder“. Die engere Verbindung wird dann versucht auf einer persönlichen Ebene zu knüpfen. Es wird also Propaganda auf eine ganz unterbewusste Art betrieben.

Die Anhänger der rechten Szene werden bei ihrem Vorgehen immer geschulter. Sie schaffen es, sich entlang der Nutzungsbedingungen zu bewegen, ohne gegen diese zu verstoßen. Die NPD hat beispielsweise auf ihrer Facebook-Seite den Aufruf gepostet, die eigene Freundesliste unsichtbar zu machen, um sich „vor linken ,Profilspionen‘ zu schützen, die Euch bei Facebook anschwärzen und so zu Profillöschungen beitragen“. Außerdem achten die Betreiber sehr genau darauf, dass der rechte Ursprung der Seiten verborgen bleibt, weshalb auch kritische Stimmen schnell wieder gelöscht werden.
 
 (Bild: Facebook)
Die English Disco Lovers kämpfen gegen Nazis

Was kannst du gegen Rechte im Netz tun?

Da die Seitenbetreiber sehr genau wissen, was legal und was illegal ist, ist es leider sehr schwer gegen rechte Seiten vorzugehen. Sollte dir aber eine Gruppe oder Seite auffallen, dann solltest du sie unbedingt so schnell wie möglich melden. Auch in die Diskussionen kannst du dich einmischen, denn Neonazis wollen in der Regel nicht diskutieren – sie wollen ihre Meinung durchsetzen.

Wie kreativ User werden, um gegen Rechte vor zugehen zeigen unter anderem vier junge Briten. Diese wollen eine Gruppe Rechtsextremer, die sich „English Defence League“ (kurz EDL) nennt, aus dem Netz verbannen und haben die „English Disco Lovers“ gegründet. Gibt man die Abkürzung EDL bei Google oder Facebook ein, soll mittels Suchmaschinenoptimierung bald „English Disco Lovers“ in den ersten Vorschlägen erscheinen. Mittlerweile haben die „English Disco Lovers“ über 16.000 Likes (Stand 05.02.13) bei Facebook und wollen auch reale Protestveranstaltungen organisieren.

Hadija Haruna / Anne Küster
 
 
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Redaktion: anku
Bilder: © Facebook (1), © dpa (2)
Letzte Aktualisierung: 6.02.2013, 16:59 Uhr