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In den Hauptrollen (v. l.): Vera Farmiga, George Clooney, Anna Kendrick (Bild: 2009 DW Studios LLC und Cold Spring Pictures)
3.02.2010

Kino-Tipp

Up in the Air

Er verdient sein Geld damit, Menschen zu feuern. Dazu ist Ryan (George Clooney) 322 Tage im Jahr unterwegs und 10 Millionen Flug Meilen sind sein Ziel. Aber eigentlich will er endlich irgendwo ankommen.
 
In den Hauptrollen (v. l.): Vera Farmiga, George Clooney, Anna Kendrick (Bild: 2009 DW Studios LLC und Cold Spring Pictures) Vergrößern
In den Hauptrollen (v. l.): Vera Farmiga, George Clooney, Anna Kendrick
VIP-Lounges und Hotelzimmer sind sein Zuhause, er kennt jeden Flughafen im Land und trägt Bonuskarten von etlichen Firmen mit sich herum. In seiner Wohnung in Omaha sieht es aus wie in einer Leichenhalle, Ryan ist nie da. Seine Firma schickt ihn durch die Welt, um in anderen Unternehmen Mitarbeiter rauszuwerfen. Ryan hat das Kündigen perfektioniert - er teilt den Leuten mit, dass sie nicht mehr gebraucht werden und bleibt dabei so charmant, dass so ein Rausschmiss fast wirkt, als sei er das Tollste, was man erreichen kann.

Tief in seinem Inneren aber ist Ryan getrieben vom Wunsch, der siebte Mensch insgesamt zu sein, der die 10 Millionen Flugmeilen Schallmauer durchbricht. Diesem Ziel ordnet er alles andere unter, er hat keine Beziehung, seine Familie kennt er nur von Fotos und sein Leben außerhalb der Reisen und Airports ist mehr als traurig. Er gibt sogar Kurse zum Thema: Ballast abwerfen!

Eines Tages lernt er Alex kennen. Die fliegt ähnlich viel und kennt das Leben aus dem Koffer. Plötzlich merkt Ryan, dass es doch noch Dinge gibt, die jenseits von Meilen, Bonuspunkten und Premiumservicekarten liegen. Er ist ehrlich begeistert von Alex und will mehr Zeit mit ihr verbringen. Nach einem romantischen Wochenende bei seiner Familie und der Hochzeit seiner Schwester, entschließt sich Ryan zu einem Spontanbesuch bei Alex in Chicago.
 
George Clooney spielt Ryan (Bild: 2009 DW Studios LLC und Cold Spring Pictures) Vergrößern
Ryan ist ständig auf der Flucht vor sich selber
George Clooney sieht einfach zu gut aus, um schlecht zu sein. Zum Glück ist er nicht schlecht! "Up in the Air" wird in einschlägigen Kinomagazinen als Komödie geführt - allerdings ist das so ziemlich der traurigste Film, den ich seit langem gesehen habe!

Ein Mann, der ständig auf der Flucht vor sich selber ist, der immer unterwegs sein muss, um nicht über sein Leben nachzudenken, der Meilen sammelt wie andere Altglas, nur um eine Metallkarte mit seinem Namen zu ergattern, die seine ewige Treue zu American Airlines beweist. Ryan Bingham ist allein, er ist unglücklich und er steht nie still. Das ist unser Weckruf: Sind wir eigentlich wirklich zufrieden mit unserem Leben? Haben wir vielleicht Ballast, der uns gar nicht belastet? So wunderbar wir in diesem Film an manchen Stellen lachen können, weil der Humor tiefgründiger nicht sein könnte, so sehr bleibt uns das Lachen oft im Halse stecken. Clooney zeigt auch im größten Glück seine verletztliche Seite und macht "Up in the Air" zu einem Ereignis. Inklusive der lautesten aber gar nicht stattfindenden Ohrfeige der Filmgeschichte.
Zusätzlich werden wir mit einem Soundtrack der Extraklasse belohnt!

Shadia Omar
 
Facts
Originaltitel: Up in the Air
Genre: Komödie
Filmlänge: 110 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Produktion: USA 2009
Verleih: Paramount Pictures International Germany
Regie: Jason Reitman
Produzent: Jeffrey Clifford, Dan Dubiecki, Ted Griffin, Joe Medjuck
Darsteller: George Clooney, Anna Kendrick, Vera Farmiga, Jason Bateman, Chris Lowell, ...
Buch: Jason Reitman
 

Weitere Filmkritik: "Zeiten ändern dich" - der Film zum Buch von Bushido

Bushido ist auf Tour durch Deutschland. Eine Postkarte von seinem Vater spült alte Erinnerungen hoch: Seine Kindheit als Ghettojunge in Berlin, statt Schule dealt er Drogen, wird kriminell, es droht der Knast.
Aber eigentlich läuft nur EIN Bild in seinem Hirn Amok: Wie sein Vater die Mutter vor seinen Augen fast zu Tode prügelt. Kurz vor dem Höhepunkt seiner Karriere als Rapper holt ihn die Vergangenheit ein. Bushido muss sich ihr stellen.

Der Film ist soweit OK aber kein großer cineastischer Wurf. Allerdings ist auch das Buch keine Granatenvorlage. Generell finde ich es fragwürdig, Bushido als Vorbild zu zeigen. Er ist ein Prolet, der öffentliches Eigentum besprüht und Gewalt als Lösung sieht. Er hat es irgendwie geschafft, mit Hilfe von zwielichtigen Typen aus der Berliner Halbwelt, einen Ausweg aus der Misere zu finden. Aber Bushido-Fans werden sich diesen Film anschauen.

Shadia Omar


Trailer zur Verfügung gestellt von Filmtrailer.com
 
Redaktion: vau
Bilder: © 2009 DW Studios LLC und Cold Spring Pictures (3)
Letzte Aktualisierung: 4.02.2010, 10:51 Uhr